MuZ GP 500

Weisser Riese

Aus Blau wird Weiß-Grün. Die ROC-Swissauto heißt jetzt nicht mehr elf sondern MuZ GP 500.

Die offizielle Pressemitteilung war so eindeutig wie verwirrend: »MuZ steigt 1998 in die 500er Straßen-WM ein.« Hatten die Sachsen plötzlich in aller Heimlichkeit und erzgebirglicher Stille die Hammer-Granate entwickelt, um Honda und Michael Doohan vom Thron zu stürzen?Nun, nicht ganz. Denn die jetzige MuZ GP 500 ist in der Vergangenheit sogar schon gerannt, unter ihrem Mädchennamen elf 500 sozusagen. »Mit der Firma Swissauto und Chefkonstrukteur Urs Wenger haben wir schon seit fast einem Jahr Kontakte«, erklärt MuZ-Geschäftsführer Petr-Karel Korous, »zwar hauptsächlich wegen Serienentwicklungen. Als sich aber andeutete, daß die Benzinfirma elf aus dem Projekt austeigen wollte, hatten wir auf einmal ganz neue Ideen.«Und die führten dazu, daß der malaysische Mutterkonzern von MuZ, Hong Leong, in das Grand Prix-Projekt einstieg. Hong Leong will damit den Namen MuZ weltweit publik machen und darüber hinaus, wie inoffiziell zu erfahren war, mittelfristig eine komplette MuZ-Modellpalette etablieren, die nicht zwangsläufig nur in Zschopau produziert werden soll.»MuZ allein könnte das Projekt natürlich nicht finanzieren, das Geld kommt von Hong Leong, das ist klar«, erklärt Korous, »die Entwicklung aber soll kooperativ bei Swissauto und hier in Zschopau laufen. Weder Hong Leong noch wir erwarten im ersten Jahr Wunderdinge. Wenn wir im Konzert mit Yamaha und Suzuki mitspielen, dazu hin und wieder unter den ersten Acht erscheinen, ist alles bestens.« Als Fahrer hat der bisherige Aprilia-Werksfahrer Doriano Romboni bei MuZ unterschrieben. Neben dem eigentlich »MuZ Rennsport«-Team wird es ein Test-Team geben. Manager an der Rennstrecke wird wie im bisherigen elf-Team der Franzose Serge Rosset sein, der mit seiner Firma ROC auch der Fahrwerkshersteller ist. Motoren-Konstrukteur Urs Wenger wird in der kommenden Saison mehr am heimischen Prüfstand im schweizerischen Burgdorf arbeiten als an der Rennstrecke. »Jeder soll das tun, was er am besten kann. Und da bin ich in der Entwicklung sicher wertvoller, als wenn ich auch noch auf dem Rennplatz rumlaufe«, so Wenger selbst.Das Test-Team wird im MuZ-Werk in Zschopau stationiert sein. »Auf diese Weise können Leute aus unserer bestehenden Rennsport-Abteilung in das GP-Team hineinwachsen«, so Korous. Der Testfahrer steht allerdings noch nicht fest. Der ursprüngliche Wunschkandidat Udo Mark, der bekanntlich bei Suzuki Deutschland als Superbike-Fahrer unter Vertrag ist, scheidet wohl eher aus.
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