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Die früh aufsetzende Krümmeranlage der Triumph Daytona T 595 hatte beim Mega-Sporttest in MOTORRAD 8/1998 für heftige Kritik gesorgt. Zu Unrecht, meinte der deutsche Importeur.

Die Verwirrung war perfekt. Die Testmaschine, die von den spanischen Kollegen für den großen Mega-Test in Calafat bereitgestellt worden war, entsprach leider nicht dem, was der deutsche Importeur unter dem aktuellen Modell versteht. Die Maschine trug zwar das rote Plastikkleid der 1998er Version, doch wie sich nach eingehender Recherche bei Triumph England und beim spanischen Importeur herausstellte, fehlten die weiteren, viel wichtigeren Detailverbesserungen für den neuen Jahrgang. Diese betreffen zum einen die Krümmeranlage, zum anderen auch die Programmierung der Einspritzanlage.Um die Wirksamkeit der Änderungen zu überprüfen, konnte MOTORRAD eine vom deutschen Importeur bereitgestellte, serienmäßige Daytona neuesten Stands auf der Rennstrecke in Cartagena testen. Und das Erstaunen war nicht schlecht, als die T 595 trotz der sehr haftfähigen Bridgestone BT 56 SS-Reifen kaum noch Bodenkontakt mit der Krümmeranlage aufnahm. Wenn überhaupt, dann zupft die verschweißte Muffe nur noch harmlos über den Asphalt. Leider sind noch eine ganze Reihe 1998er Maschinen mit den alten, durch Federn zusammengehaltenen Krümmeranlagen im Handel. Wer ein solches Modell erwischt hat und bei sportlichen Einsätzen auf Rennstrecken mit mangelnder Bodenfreiheit kämpft, der darf sich laut Triumph Deutschland vertrauensvoll an seinen Händler wenden. Das Problem wird dann unbürokratisch gelöst.Doch nicht nur die neue Krümmeranlage sorgt für positive Überraschungen. Auch die Kraftentfaltung des Dreizylinders begeistert. Anders als beim Mega-Test dreht dieser britische 900er frech und kraftvoll hoch, hängt prima am Gas und schiebt über den gesamten Drehzahlbereich wie entfesselt an.Und noch ein weiterer Kritikpunkt aus Calafat wird von dieser T 595 entkräftet. Von schlecht zu dosierenden Bremsen mit schlapper Wirkung kann keine Rede sein. Die Stopper beißen kraftvoll zu, zeigen sich auch nach zehn hart gefahrenen Runden nicht sonderlich beeindruckt und sind selbst im Grenzbereich in Schräglage noch tadellos zu dosieren. Kaum zu glauben, welche Wandlung die Daytona hinter sich hat. Zwar wäre sie auch in dieser Höchstform keine Sieganwärterin beim Mega-Vergleich gewesen, die rote Laterne hat ein Motorrad wie dieses deutsche Testexemplar allerdings nicht verdient.
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