Neuheit BMW F 700 GS-Nachfolgerin

Neue Frauenpower

BMW F 700 GS-Nachfolgerin. Wenn die R 1200 GS zu schwer und die F 800 GS zu hoch ist, kommt eine ins Spiel, die selten im Fokus steht. Dabei ist die BMW F 700 GS für die Münchner ein Erfolgsmodell. Bald kommt die Neue.

Er fährt GS. Und sie? Wenn es um die F 700 GS geht, kommen zwangsläufig Klischees ins Spiel. Wie das von den R 1200 GS-Fahrern und ihren Partnerinnen. Dabei stimmt es ja. Wenn die große GS zu hoch und zu mächtig und die 800er nur zu hoch ist, kommt die kleine Schwester ins Spiel: 19 statt 21 Zoll beim Vorderrad, konventionelle Gabel statt Upside-down-Variante, kürzere Federwege und geringere Sitzhöhe, ein klein wenig weniger Leistung und deutlich weniger Preis: So war das in der Vergangenheit, und so wird das wohl auch bei der Nachfolgerin werden, die dem MOTORRAD-Erlkönigjäger unlängst vors Objektiv fuhr. Wie bei der neuen F 800 GS (über deren exakte Typenbezeichnung wir noch spekulieren müssen, siehe MOTORRAD 9/2017) wanderte bei der kleinen GS der Sekundärtrieb nach links und der Schalldämpfer auf die rechte Seite, während die eigenwillige Tankkonstruktion im Rahmenheck und unter der Sitzbank einer konventionellen Lösung wich. Das macht die neue gefälliger, während sie mit neuer Tank-/Lenkerverkleidung auch erwachsener daherkommt. Auf den Bildern nicht zweifelsfrei zu erkennen, aber mehr als wahrscheinlich: Der Gitterrohrrahmen hat wie bei der großen Schwester ausgedient und weicht einer gegossenen Aluminium-Brücke.

Wie viel erwachsener genau die kleinere „F“ geworden ist, auch darüber muss bislang noch spekuliert werden, denn der Hubraum ist noch nicht endgültig bekannt. Ziemlich sicher wird es aber derselbe sein wie bei der großen Schwester, aber auch den kennen wir bislang nicht. Irgendwo zwischen 800 und 900 Kubikzentimeter wird er liegen, vielleicht genau in der Mitte. Sicher hingegen dürfte sein, dass die Kleine ebenso nach V2 klingen wird wie die Große. Möglich macht das der 270 Grad Hubzapfenversatz des neuen Motors, nach wie vor natürlich ein Reihenzweizylinder.

Wer jetzt meint, das sei etwas viel Aufwand für ein ach so unwichtiges Mädchen-Motorrad, der sollte schnell mal einen Blick auf die Zulassungszahlen des vergangenen Jahres werfen. Da rangiert die F 700 GS mit knapp 1500 Stück auf Platz 17 – unmittelbar hinter der KTM 1290 Super Duke R und direkt vor der BMW S 1000 R, der Yamaha MT-09 und anderen Szene-Größen. Auf den Plätzen 25 und 26? Die ach so wichtigen BMW F 800 GS und F 800 R.

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