Neuheiten: Ducati

Evoluzione grande

Ducati ist neben dem deutschen Marktführer Suzuki der Hersteller mit den meisten Neuheiten und der fleißigsten Modellpflege für die Saison 2003. Keine Baureihe blieb wie sie war.

Manche Straßen geben wichtige Impulse bei der Entwicklung von Motorrädern. Der Futa-Pass südlich von Bologna ist so eine Straße. Dort haben Ducati-Tester bei unzähligen Fahrten und Espressi ein Motorrad erdacht und zusammendiskutiert, das heute als Multistrada debütiert. Die straffe Dämpfung und Lenkpräzision eines rennstreckentauglichen Sportlers sollte es besitzen, dazu eine unverkrampfte Sitzposition und leichtes Handling bieten sowie für schlechte Straßen viel Komfort vermitteln.
Um dieses Ziel zu erreichen, braute Ducati einen Mix unterschiedlicher Konstruktionsmerkmale. Rahmen, Einarmschwinge und Federelemente zum Beispiel genügen sportlichen Ansprüchen, die Federwege aber wurden komfortfördernd, auf 165 Millimeter vorn und 145 Millimeter hinten verlängert. Eine hoch gezogene Halbschale soll für guten Windschutz sorgen, die Möglichkeit, einen Mitfahrer menschenwürdig unterzubringen und Gepäck zu transportieren, erweitert das Einsatzspektrum. Der Preis liegt wahrscheinlich bei unter 12000 Euro.
Angetrieben wird die Multistrada von einem stark überarbeiteten Zweiventil-Desmo-Motor mit 992 cm³. Neu konstruierte Zylinderköpfe mit engem Ventilwinkel und Doppelzündung sollen die Spitzenleistung und den Mittelbereich kräftigen.
Während die Leistung des 1000ers mit der markanten Multistrada-Auspuffanlage noch nicht feststeht, sprechen die Datenblätter für die Supersport 1000, die denselben Motor bekommt, von 86 PS bei 7750/min. Das Drehmoment wird mit 88 Nm bei 5750/min angegeben, sechs PS und knapp zehn Nm mehr als bei der 900er. Parallel dazu wird das 10800 Euro teuere Topmodell der Supersport-Reihe mit einem voll einstellbaren Öhlins-Federbein ausgestattet. Und profitiert wie ihr Schwestermodell, die Supersport 800, von einer Vielzahl kleinerer Änderungen, an Auspuff, Instrumenten, Scheinwerfer, die häppchenweise 3,5 Kilogramm einsparen. Ja, richtig gelesen: Supersport 800. Auch die 750er-Motoren bekamen nämlich dank 4,5 Millimetern mehr Hub echte 803 cm³ und legten um zehn PS zu.
Analog zur Supersport-Reihe kommt die Monster-Familie in den Genuss der größeren Motoren, so dass es ab nächstem Jahr Monster 800 und Monster 1000 jeweils in S-Version oder einfacherer Dark-Variante gibt.
In den höheren Regionen der Technik beginnt Ducati, die mit der 999 eröffnete Reihe von Superbikes für die Straße auszubauen. Mit dem Motor der 996 R, dem Ursprungs-Testastretta, debütiert die 999 S. Sie kennt in Sachen Ausstattung keine Kompromisse und leistet sich einen kompletten Satz Öhlins-Federelemente. Kostet allerdings auch 20700 Euro.
Da bleibt die 749 S bescheiden und begnügt sich mit Showa-Gabel und -Federbein. Ganz neu: ihr 748er-Testastretta-Motor. Für die Kombination der kurzhubigsten Kurbelwelle im Ducati-Programm mit 90 Millimeter Bohrung konstruierten die Entwickler einen speziellen Zylinderkopf mit weiterem Ventilwinkel als beim großen Testastretta. Selbstverständlich hat der neue 748er größere Ventile und Kanäle als der alte. Im Vegleich zu den Eckdaten erscheint die Angabe von 103 PS bei 10000/min untertrieben. Fest steht immerhin der Preis: 14600 Euro.
400 Euro weniger kostet die ST 4S ABS. Zusammen mit Brembo haben die fleißigen Bologneser für ihren Sporttourer ein Antiblockiersystem entwickelt. Die Hardware repräsentiert in etwa den technischen Stand des Bosch ABS 2 für BMW, nur mit schnellerem Rechner. Vor allem aber wurde das Ducati-ABS anders ausgelegt als bestehende Systeme, zugunsten eines stabilen Druckpunkts und hoher Maximalverzögerung. Der Regelbereich beginnt erst bei relativ starkem Reifenschlupf, nahe am Limit.
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