News aus dem Dauertestfuhrpark (Archivversion)

Wasser, marsch

Viel Freude und gute Laune bereitete die Dauertest-KTM 950 Adventure auf den ersten tausenden Kilometern. Der unrunde Leerlauf und das gelegentliche Absterben waren nach der ersten Inspektion weitgehend behoben, nur die unangenehmen Quietschgeräusche der vorderen Bremse ließen sich mit Kupferpaste nach der zweiten Inspektion bei 7500 Kilometern nicht dauerhaft beseitigen. Der spritzige Motor und das knackige Fahrwerk begeistern vor allem die sportlicher orientierte MOTORRAD-Fraktion. So wundert es nicht, dass die mächtige 950er-Enduro auch gelegentlich mal mit Vollgas über die Autobahn geprügelt wurde.
Was ihr weniger gut bekam. Nach der letzten Highspeed-Fahrt war die rechte Seite plötzlich mit Wasserspritzern übersät. Starker Flüssigkeitsverlust im Kühlsystem über den Überlaufschlauch des Ausgleichsbehälters deutet auf eine undichte Kopfdichtung hin. Schon zuvor musste einmal etwas Kühlflüssigkeit nachgefüllt werden, der Schaden hatte sich also bereits angekündigt.
Beileibe kein Einzelfall, wie ein Blick
in diverse LC8-Foren im Internet zeigt.
Einzelne Händler berichten davon, dass ein Großteil der Fahrzeuge aus dem Produktionsjahr 2003 betroffen ist. Zitat: »Du gehst mit irgendeiner Maschine auf die Bahn, fährst eine Viertelstunde volle Pulle, und meistens ist dann eine Kopfdichtung durch.« Möglicherweise gilt das auch für 2004er-Modelle, wie die MOTORRAD-Testmaschine zeigt.
Das Problem scheint in ungenau und mit zu hoher Rauigkeit bearbeiteten Dichtflächen zu liegen. KTM empfiehlt beim Austausch der Dichtungen ein Abziehen der Dichtflächen durch den Händler,
danach soll das Problem endgültig aus der Welt sein. Was sich im weiteren Verlauf
des 50000-Kilometer-Dauertests schnell
erweisen wird.
Weniger gravierend ist die erneut schwergängige Schalt- und Bremshebelei der Harley-Davidson V-Rod. Wie bereits
in MOTORRAD 8/2004 berichtet, wurden im Februar bei 43000 Kilometern die Buchsen getauscht. Nun, nach 4000 Kilometern, sind die neuen Teile schon wieder schwergängig und austauschreif. Offensichtlich sind Salz und Nässe der Grund für den übermäßigen Verschleiß, denn
auf den ersten 40000 Kilometern gab es keinerlei Probleme.
Die Ducati 999 erfreut sich bei Kilometerstand 14500 bester Gesundheit, sieht man von der häufig grundlos aufflackernden Warnlampe des Motormanagements ab. Allerdings hat sie bereits mehrfach
das Sitzpolster des Soziusplatzes verloren. Trotz sorgfältigen Einrastens löste sich
das Polster, der letzte Abwurf hat es
endgültig ruiniert. Vermutlich ist die Feder
des Sperrbolzens zu schwach. gt
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