Sauber-Petronas GP1-Motor (KV)

Sauber GP1-Motor

Sauber GP1-Motor

Mit drei
dabei

Das 60:40 Joint Venture Sauber-Petronas Engineering präsentierte in Suzuka ihre Version eines neuen GP1-Motors mit drei Zylindern in Reihe und 989 cm3. Das Vierventil-Triebwerk verfügt über zwei obenliegende, zahnradgetriebene Nockenwellen, ein integriertes elektronisches Einspritz- und Zündungssystem und eine Ausgleichswelle. In der ersten Prototypen-Variante wurde das Triebwerk nach Formel 1-Vorbild mit einer pneumatischen Ventilsteuerung ausgerüstet. »Doch Hochstleistung und höchste Drehzahlen sind bei Motorrädern nicht die erste Priorität. Wir denken, dass wir darauf verzichten und unsere Eckdaten von über 200 PS bei 15500/min auch mit regulären Ventilfedern erreichen können. Dann sparen wir Kosten, außerdem baut der Motor niedriger«, erklärte Entwicklungschef Osamu Goto, einst Projektleiter des legendären Honda-V 12-Motors von Alain Prost und Ayrton Senna.
Während sich Petronas-Präsident Tan Sri Dato’ Mohd Hassan Marican über die Kosten und den geplanten Einsatz des Motorenprojekts ausschwieg, erreichte der exklusiv für einen dreitägigen Test in Sepang verpflichtete John Kocinski mit der OW-M1 genannten Yamaha-Vierzylinder-Viertaktmaschine bereits flotte Rundenzeiten. Mit einem Bestwert von 2.07.6 Minuten blieb Kocinski nur eine knappe Sekunde unter der Zeit, die Carlos Checa mit der Zweitakt-YZR 500 im Dezember auf der malaiischen Piste erreicht hatte. »Wir haben alle technischen Möglichkeiten von zwei bis sechs Zylinder analysiert. Unsere Philosphie ist, dass der neue Viertakter lediglich ein Quentchen schneller sein muß als die bisherige Zweitakt-YZR 500, und dass wir das Rad deshalb nicht neu erfinden müssen«, erklärte Yamaha 500-Projektleiter Shuji Sakurada. »Deshalb bauen wir auf dem bewährten Chassis und unserer Vierzylinder-Technologie mit fünf Ventilen pro Zylinder auf.«
Auch die Entwicklung des neuen Honda-Fünfzylinders wird energisch vorangetrieben. Nach ersten Tests des Triebwerks in einem Fahrwerk der Honda RC 45 rückten die Honda-Testpiloten am Dienstag nach dem Suzuka-Grand Prix in Sugo erstmals mit der kompletten Maschine aus, die beim Catalunya-Grand Prix der Öffentlichkeit präsentiert werden soll. »Ich wäre nicht abgeneigt, die Maschine Probe zu fahren und Honda in der Entwicklung die Richtung zu weisen«, erklärte Exweltmeister Mick Doohan. »Allerdings steht darüber nichts in meinem Vertrag als HRC-Berater. Honda müsste mich für einen solchen Einsatz separat honorieren!“
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