Simson Superbike (Archivversion)

Mensch, Bänsch

250 PS! Made in Thüringen. Seit der Schwabe Klaus Bänsch die kränkelnde Simson Motorrad GmbH übernommen hat, weht in Suhl ein anderer Wind.

Klaus Bänsch, Hauptgesellschafter der Kontec-Gruppe, die im Auftrag von Automobilherstellern Motoren und Karosserien konstruiert, verblüffte die Motorradszene unlängst mit seinen Superbike-Plänen. MOTORRAD hakte nach.? Herr Bänsch, wie weit ist die Entwicklung des Simson-Superbikes fortgeschritten?! Im Prinzip sind alle Konzepte erstellt. Das Fahrzeug steht. Den Motor, das Herz der Maschine, haben wir zusammen mit der Universität Darmstadt entwickelt. Ein V4 mit 2000 Kubikzentimetern Hubraum, 250 PS, Einspritzung, zwei Ausgleichswellen und Nockenwellenverstellung.? Welche Philosophie steckt hinter dem Produkt?! Wir, Kontec und Simson, wollen die Grenzen des technisch Möglichen aufzeigen. Kontec hat in der Automobilbranche Erfolg, und die ist der Welt des Motorrads in vielen technischen Entwicklungen voraus. Genau hier setzen wir an: Beispielsweise mit einer völlig neuartigen Vorderradaufhängung, die Losbrechmomente und Bremsnicken ausschließt. Wir bauen ein »deutsches« Motorrad. Im Vierradbereich hat der Käufer hierzulande hohe Ansprüche an die Technik, die Fahrbarkeit und die Solidität der Konstruktion.So fertigen wir den Rahmen aus hochfestem Stahl – keine Rohre, sondern gezogener Stahl. Ein Rahmen, hart wie Kruppstahl eben. Damit wollen wir uns von dem Verspielten der italienischen Motorradbauer und den Massenprodukten der Japaner abheben.? Dürfen wir mit weiteren technischen Innovationen rechnen?! Das Motorrad wird elektronische Fahrhilfen besitzen, eine Antischlupf- und Antiwheelie-Regelung, computergesteuertes Gas, selbstverständlich ABS.? Planen Sie eine Kleinserie?Ja. Und zwar für eine Klientel, die das Bike neben die S-Klasse in die Garage stellt. Der Preis wird sich zwischen 25000 und 50000 Euro bewegen.? Haben Sie vor, die bei der Entwicklung gewonnen Erkenntnisse in die Serie einfließen zu lassen?Eine Übertragung auf Simson ist denkbar, etwa die elektronische Gasregelung.? Heißt das, Simson baut künftig hubraumstärkere Motorräder?Nicht in unmittelbarer Zukunft, aber die Chancen stehen gut. So könnte der Motor Basis für einen 1000er-V2 und einen 500er-Einzylinder sein. Allerdings kauen wir bei Simson momentan hartes Brot.? Denken Sie daran, das gewonnene Know-how zu verkaufen?Natürlich. Davon leben wir ja.? Wird auf der Intermot ein Prototyp zu sehen sein?! Mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 zu 50.Das Gespräch führte Norbert Sorg
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