Studie: Moto Guzzi Nuovo Le Mans (Archivversion)

Adler verpflichtet

Moto Guzzi kann auf eine lange Tradition zurückblicken, eine ideale Basis für einen erfolgreichen Neuanfang unter Aprilia-Chef Ivano Beggio. MOTORRAD machte sich schon mal Gedanken

In den letzten Jahren befand sich der stolze Adler von Moto Guzzi im Sinkflug und mutierte eher zum Pleitegeier. Ständige Besitzerwechsel, Missmanagement und eine verfehlte Modellpolitik trieben die 1921 gegründete Firma immer weiter in die Krise. Mit Ivano Beggio, dem Eigentümer der vergleichsweise jungen Marke Aprilia, tritt nun ein Mann auf den Plan, der die besten Voraussetzungen für eine Renaissance der berühmten Traditionsschmiede mitbringt. Dass er weiß, wie man Motorräder richtig vermarktet, hat er bereits bewiesen. Aprilia ist heute einer der größten Zweiradhersteller Europas.Doch wie sieht die nähere Zukunft der Traditionsschmiede Moto Guzzi aus? Da sind zum einen die California-Modelle, die das Programm des Firmenimperiums sinnvoll ergänzen. Im Regen stehen jedoch die zahlreichen eingefleischten Fans, die immer noch den Tugenden der Le Mans-Modelle nachtrauern. Kompakte, schnörkellose Sportmotorräder mit eigenständiger Optik, wartungfreundlichem Motor und Kardanantrieb und nicht zuletzt der charakteristische, unverwechselbare Klang sind auch heute noch stichhaltige Argumente für eine Neuauflage. MOTORRAD entwarf deshalb eine Nuovo Le Mans. Eine Maschine, die genau ins Herz der Guzzi-Fans zielen soll. Alle wichtigen Komponenten liegen dabei im Regal. Der bewährte V2 mit Einspritzung, das mittlerweile überraschend gut funktionierende Sechsganggetriebe und der Kardan mit Momentenausgleich sind eine gesunde Basis. Dazu ein steifes Chassis mit modernen Federelementen und einer praktischen Einarmschwinge für schnellen Radwechsel. Für zeitgemäße Umwelttechnologie sorgt ein geregelter Drei-Wege-Katalysator. Das Ganze würde MOTORRAD dann so verpacken, dass ganz bewusst Anklänge an die erfolgreichen Vorläufermodelle zu erkennen sind. Fertig wäre die Nuovo Le Mans. Die fernere Zukunft lässt aber noch einiges mehr erwarten. Der klangvolle Name bietet sich geradezu für ein Edelsegment von Beggios Motorradkonzern an. Denkbar ist etwa ein Hightech-Multizylinder mit dem Adler auf dem Tank. Denn vom Ein-, Zwei-, Drei- und Vierzylinder bis hin zum V8 hat Moto Guzzi in seiner langen Geschichte schon alles gebaut. MOTORRAD hätte da sicher auch noch ein paar weitere Ideen. Aber das ist eine andere Geschichte.
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