Suzuki GSX-R 1000 (Archivversion)

Kein Pardon

Als hätte die Konkurrenz mit der GSX-R 1000 nicht schon genug zu kämpfen gehabt: Suzuki hat der Welt schärfsten Seriensportler weiter verbessert. Für noch mehr Erfolg auf der Rennstrecke und in der Verkaufsstatistik.

»Wenn man mehr Erfolg will, muss man sich dort verbessern, wo man ohnhin stark ist«, sprach Bert Poensgen, Verkaufsleiter von Suzuki Deutschland, in Anspielung auf die neue GSX-R 1000. Ein Motorrad, mit dem vor wenigen Wochen noch nicht einmal die sensibelsten Zweirad-Analysten gerechnet hatten, die sonst das Gras wachsen und die Mäuse pfeifen hören.Ein Motorrad, das die Konkurrenz geschockt hat. Denn schon die bekannte GSX-R 1000, praktisch unverändert ins Jahr 2002 gegangen, konnte den Attacken der nachgeschärften Honda Fireblade oder der stark verbesserten Yamaha YZF-R1 gut Paroli bieten. Und jetzt legt Suzuki noch eins drauf, während die Mitbewerber ihrerseits unverändert ins nächste Jahr gehen. Das kann heiter werden.Eine der Schwächen der »alten« GSX-R 1000, zumindest in MOTORRAD-Vergleichstests, war ihr hoher Schadstoffausstoß. Damit macht das neue Modell Schluss. Zusätzlich zum bisher schon eingebauten Sekundärluftsystem erhalten die GSX-R für den europäischen Markt einen ungeregelten Katalysator, mit dessen Hilfe sie die Euro 2-Grenzwerte bei weitem unterbieten sollen. Trotzdem – und jetzt dürfen Hardcore-Sportfahrer aufhorchen – stieg die Leistung um vier auf 164 PS. Mit verantwortlich dafür ist ein neues Ventilationssystem im Kurbelgehäuse, das Pump- und damit Leistungsverluste durch die auf- und abgehenden Kolben verringert. Auch der neuen Titan-Auspuffanlage mit größerem Dämpfervolumen wird leistungssteigernde Wirkung nachgesagt.Zugleich geriet die Neue trotz Kat noch einmal um zwei Kilogramm leichter, müsste mithin vollgetankt 199 Kilo wiegen. Fast ein halbes Kilogramm dieser Gewichtsabnahme sind das Verdienst einer der auffälligsten Neuerungen der 2003er-GSX-R 1000: Wo die bisherige 1000er mächtige Sechskolben-Bremssättel trug, prunkt die Neue mit zierlichen Vierkolbensätteln. Sie sind radial, also nicht wie üblich parallel zur Radachse verschraubt, wodurch die Verbindung der Bremszangen mit der Gabel deutlich steifer wird. Das scheint in Sachen Bremsleistung und Konstanz der Verzögerung so gut zu funktionieren, dass die Bremsscheiben im Durchmesser auf 300 Millimeter reduziert werden konnten. Und damit ebenfalls leichter wurden. Im Rennsport ist diese Bauart schon seit einigen Jahren üblich.Am Fahrwerk haben die Suzuki-Entwickler buchstäblich die inneren Werte vermehrt. In Form von Querstreben im Inneren der Haupt-Rahmenprofile, die fast kein Mehrgewicht bringen, doch die Rahmensteifigkeit erhöhen. Zugleich wurde der Heckrahmen mitsamt seiner Verschraubung am Hauptrahmen modifiziert. Laut Pressetext von Suzuki soll er jetzt bei »kleineren Stürzen auf der Rennstrecke« weniger leicht abbrechen.Weil im kommenden Jahr auch vierzylindrige 1000er bei Superbike-Rennen antreten dürfen und dafür ein möglichst variables Basis-Fahrwerk brauchen, erhielt die GSX-R 1000 eine Schwingenlagerung, deren Drehpunkt mittels spezieller Einsätze verschoben werden kann. Wie die Profile des Rahmens sind die der Schwinge ebenfalls mit Querstreben versteift. Die schwarze Beschichtung von Schwinge und Rahmen signalisiert die Verwandtschaft zwischen der GSX-R und der MotoGP-Rennmaschine GSV-R. Damit trifft der neue Serienrenner von Suzuki genauso sicher ins Herz seiner Bewunderer wie mit seinem geänderten Outfit. Niedrig, fast zierlich wirkt er und damit noch länger gestreckt und schneller als die alte 1000er. Mit zwei Worten: echt scharf.
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