Test Buell X1-R (Archivversion)

Mannis Ding

Manfred »Manni« Mäntele, Buell-Mitarbeiter und Liebhaber der amerikanischen V-Twins, hat sich seinen ganz persönlichen Traum erfüllt. Seine rennstreckentaugliche Buell-Version taufte er X1-R.

Dieser Mann hat Sendungsbewusstsein. Seit Jahren wird er nicht müde, uns motorradelnden Deutschen den Namen Buell nahe zu bringen. Bei Manfred »Manni« Mäntele dreht sich einfach alles um die US-Twins. Und das seit Jahren. Zunächst als Produktmanager für die Mörfeldener Deutschland-Niederlassung, inzwischen als freiberuflicher Mitarbeiter, neudeutsch Consultant. Wenn sich nun so ein Buell-Verrückter seinen ganz persönlichen Twin auf die Räder stellt, verwundert es kaum, dass da etwas ganz Besonderes herauskommt. Mannis Ding eben, dass er schlicht X1-R nennt. »Ich wollte eine Maschine, mit der ich mich mal auf der Rennstrecke austoben kann, die aber gleichzeitig viel Alltagstauglichkeit bietet«, erklärt Mäntele. Deshalb suchte er als erstes eine Halbschalenverkleidung und wurde beim französischen Hersteller Odyssey Kolors fündig.Gestiegenen sportiven Ansprüchen steht bei deutschen Buell eine elendslange Sekundär-Übersetzung im Weg. Der Buell-Spezialist setzt deshalb auf die kurze US-Variante (27 Zähne vorn, 61 hinten) und verpasste seinem Big-Twin auch gleich noch eine dickere 2,5-Zoll-US-Krümmeranlage nebst Endtopf. Ferner entfiel der voluminöse Luftfilterkasten. Stattdessen reinigt ein K&N-Filter die Ansaugluft. Das Resultat: 101 PS Spitzenleistung und 114 Newtonmeter maximales Drehmoment, untermalt von einem kernigen, aber keinesweg ungebührlich lauten Klang.Dank der kürzeren Endübersetzung verbessern sich die Fahrleistungen deutlich. Das erspart häufig lästige Schaltvorgänge, zudem drückt die X1-R wunderbar leichtfüßig aus Kehren heraus. Allerdings sollte man bei zügiger Fahrweise immer ein Auge auf den Drehzahlmesser haben, sonst rennt der V2 hurtig und hart in den Begrenzer. Also lieber einen Gang höher den satten Schub des Twins genießen. Hat man diese Eigenart einmal intus, wetzt die Buell am liebsten mit konstantem Zug durch die Ecken. Dabei lässt sie sich zwar punktgenau einbremsen, irritiert jedoch ein ums andere Mal mit einer sich stark verwindenden Gabel. Ein Nachteil der riesigen Einscheiben-Bremsanlage, die nicht so recht ins Bild der X1-R passen will.Positiv dagegen: der Windschutz und die Ergonomie. Man thront nicht über den Dingen, sondern sitzt im Motorrad und muss sich nicht krampfhaft auf den Lenkstummeln abstützen. Ebenfalls überzeugend: die Zielgenauigkeit und das Handling. Ein kleinster Zug am Lenker, um die X1-R in Schräglage abzuwinkeln. Ein dickes Lob gebührt dem Technoflex-Federbein. Im Unterschied zum Seriendämpfer, der auf Zug beansprucht wird, arbeitete das voll einstellbare Bauteil auf Druck. Es bietet enorme Dämpfungsreserven, spricht sehr sensibel an und bügelt auch derbe Schläge problemlos weg. Kostet jedoch auch stolze 2400 Mark. Ein gelungener Landstraßen-Sportler, die X1-R. Wer wissen möchte, wendet sich an Buell Deutschland. Einfach nach Manni fragen.
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