Yamaha Road Star Warrior

Sternenforscher

Mit der Road Star Warrior entdeckt auch Yamaha die Galaxien des Power-Cruisens. Exklusiv für die Biker unterm Sternenbanner.

Für die neue Bewegung des Power-Cruisens sind lässig produziertes Drehmoment, zwei Zylinder, groß wie Bierkrüge, und ein reichlich chromverziertes Erscheinungsbild nicht mehr attraktiv genug.
Nach Honda VTX 1800, Harley V-Rod und Kawasaki Mean Streak tritt nun auch Yamaha in den Kreis der gediegenen Hubraum- und Drehmoment-Giganten, die es verstehen, den Nachmittagsausflug zum nächstgelegenen Bikertreff noch kraftvoller in Szene zu setzen. Besonders durch optische Konsequenz. Lang, breit und flach, vermittelt die Warrior den Eindruck eines allzeit bereiten Hot-Rod. Ein Asphaltkämpfer, der an jeder Ampel auf Pole stehen will und keine Fransen an ledernen Taschen oder Lenkerenden durch die Luft wedelt. Das Herz des Sternenkriegers ist ein von 95 auf 97 Millimeter aufgebohrtes, 79 PS starkes Wild-Star-Aggregat. Statt ausladender Kotflügel oder Nieten am Sitzpolster setzt der Power-Cruiser lieber auf zeitgemäße Fahrwerkskomponenten. Rahmen und Schwinge sind aus Aluminium, und die Upside-down-Gabel samt Bremse entstammt der Extremsportlerin Yamaha YZF-R1. Für den Sekundärantrieb sorgt ein Zahnriemen.
Schon die ersten Meter im kurvigen Terrain zwischen San Francisco und Semi Valley machen deutlich, dass die Motorcharakteristik dem optischen Auftritt des Kämpfers gerecht wird. Überraschend willig dreht der 1670-cm3-Twin aus den Tiefen des Drehzahlkellers hoch. Oben angekommen, gibt sich das Triebwerk allerdings noch vor dem roten Bereich sehr zäh. Zwar wird schnell klar, dass Yamahas Power-Cruiser seine Show am liebsten in den rauen Weiten der großen Städte abzieht, doch stemmt sich das gegenüber der Road Star leichtere und steifere Fahrwerk nicht gegen flotte Trips über ländliche Straßen. Und in Kurven sind sogar motorradtypische Schräglagen drin. Werden die Straßen schlechter, ist´s aber vorbei mit den sportlichen Qualitäten. Engagierte Gangart auf holprigem Asphalt quittieren die Federelemente schnell mit dem Ende ihrer Belastbarkeit. In dem Fall heißt es, sich wieder aufs powervolle Dahinrollen besinnen. Dafür hält die Warrior einen breiten Lenker sowie einen komfortablen Sitz bereit, auf dem man durchaus ein paar Stunden in cooler Pose verharren kann.
Leider gibt es die neue Yamaha nur in Amerika, dort sogar auch mit 100 PS. Der deutsche Importeur plant vorerst keinen Vorstoß in die neue Galaxie.
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