Yamaha XT 660 R

Wachablösung

Die Legende wird wieder belebt. Eine neue XT wird kommen. Schneller. Stärker.
Und besser als je zuvor. Verspricht Yamaha. Von Rolf Henniges; Fotos: Yamaha

Foto: Yamaha
Neue Version des Offroad-Veterans: Yamaha XT
Neue Version des Offroad-Veterans: Yamaha XT
Welch eine Erfolgsgeschichte. Im Laufe der vergangenen 30 Jahre brachte Yamaha europaweit nahezu 400000 XT-Modelle unters Volk. Der einstige Marktführer im Segment Enduro ließ sich jedoch nach und nach die Butter
vom Brot nehmen. Zuverlässig und reisetauglich? Die Klientel griff zur BMW
F 650. Sportlich und hipp? Da führte
kein Weg an einer KTM vorbei. Was Wunder, die derzeitige, 39 PS starke XT 600 E hat Lastesel-Charakter und bietet mit ihrer weltweiten Ersatzteilversorgung höchstens noch ein paar traditionellen Globetrottern eine Alternative.
Dieses Biedermeier-Image will die
XT 660 R ausräumen. Keck stellt sich
eine kantige Scheinwerfer-Kotflügel-Einheit dem Fahrtwind. Protzig ragen zwei dicke Endrohre in den Himmel. Das Design ist stark auf Fun getrimmt. Der Motor soll es auch sein. Er hat mit dem ehemaligen 660er-Antrieb, der die letzte Ténéré anschob, außer dem Bohrung-Hub-Verhältnis von 100 mal 84 Millimeter nicht mehr viel gemein. Der Vierventil-Zylinderkopf ist neu, die Gemischaufbereitung übernimmt eine Einspritzung – in Verbindung mit einem Sekundärluftsystem überspringt die XT nun die Euro-2-Schadstoffhürde. Das Getriebe, bei früheren XT-
Motoren einer der größten Schwachpunkte, wurde völlig überarbeitet. Die Schaltwalze ist neu gelagert, fünf statt ehemals drei Mitnehmerklauen sorgen für verbesserten Kraftschluss. Darüber hinaus wurde die Getriebeabstufung optimiert.
Yamaha verspricht 48 PS bei 6000 und 58 Nm Drehmoment bei 5250 Umdrehungen. Aber das allein ist es nicht. Nahezu identische Werte lieferte bereits der alte XTZ-Motor. Der Neue soll spontan hochdrehen und gierig am Gas hängen. Ein leichter Schmiedekolben sowie ein kleinerer Lichtmaschinenrotor in Verbindung mit der Einspritzung, heißt es, spendiere dem ehemals trägen Gesellen Drehfreudigkeit – trotzdem werde er seinen Dampfhammer-Charakter behalten.
Rahmenseitig ging Yamaha auf Nummer sicher. Zwei Oberzüge aus Stahl, der Motor wie gehabt als tragendes Element integriert, das Öl für die Trockensumpfschmierung im oberen Rahmenrohr. Mit 225 Millimeter Federweg vorn und 200 hinten ist die neue XT für nahezu alle
europäischen Straßen gerüstet. Ab Frühjahr 2004 wird sie für zirka 6400 Euro zu
haben sein. Und vielleicht die Erfolgsgeschichte ihrer Serie fortschreiben.
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