Kawasaki Z 750 R

Die R-Version bietet Tuning ab Werk

Foto: Kawasaki

Kawasakis Z 750 bekommt eine sportliche Schwester zur Seite gestellt. Als R-Version trägt diese die höherwertigen Brems- und Federkomponenten der Z 1000 auf und bietet damit quasi Tuning ab Werk.

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In Frankreich und Italien ist sie der Hit. Bei uns klappt‘s nicht ganz so gut. Die Z 750 führt hierzulande ein Schattendasein und wirkt insgesamt einfach nicht mehr ganz frisch. Auf dieses Problem reagiert Kawasaki nun mit der Z 750 R. Ab Werk trägt die R einige Leckereien, die sich Z-Schrauber bisher mühsam zusammenkaufen mussten. Die Upside-down-Gabel stammt aus der Z 1000 von 2009, erhielt neue Innereien und lässt sich nun an beiden Holmen in der Zugstufe einstellen. Auch die Bremsanlage ist neu. Die Wave-Scheiben wuchsen in der Stärke von 4,5 auf 6 Millimeter, eine radiale Bremspumpe, Stahlflexleitungen und radial verschraubte Bremszangen sollen die R sportlich verzögern.

Die Hinterradführung übernimmt eine 2009er Z 1000-Schwinge. Diese stützt sich an Umlenkhebeln ab, die zwei Millimeter kürzer ausfallen als in der Standard-Z 750. Dadurch sitzt der Fahrer 20 Millimeter höher. Das Federbein - jetzt mit Ausgleichsbehälter - wurde auf die geänderte Gabel abgestimmt. Die neuen Dunlop D 210 sollen die gewonnenen Fahrwerksqualitäten auf die Straße bringen.

Optisch nahm Kawasaki den Z 750-Bastlern ebenfalls Arbeit ab und spendierte der R eine gelungene grün-schwarze Lackierung sowie eine aggressivere Maske.

Auf kleinen Nebensträßchen gefällt vor allem das neue Fahrwerk. Front und Heck sind gut ausbalanciert und halten für die Landstraße jederzeit ausreichend Reserven bereit. Die Gabel dürfte allerdings etwas sensibler ansprechen. Dafür lenkt die Z 750 R neutral ein und bleibt auch auf Bodenwellen und am Kurvenausgang sauber auf Kurs - vermutlich ein Verdienst der neuen Reifen. Besonders Wechselkurven durcheilt die 750er trotz ihrer erwachsenen Gesamterscheinung deutlich leichtfüßiger als die große Schwester Z 1000. Die Bremse der in Deutschland ausschließlich erhältlichen ABS-Version beisst allerdings recht zahnlos in die Scheiben. Der Motor blieb technisch unverändert und geht recht unspektakulär, dafür sehr linear zu Werke.

Fazit: Die hochwertigen Komponenten stehen der Z 750 R gut und machen sie noch erwachsener. Das Fahrwerk überzeugt vor allem mit einer landstraßengerechten Abstimmung und guter Balance. Die Bremse und der unveränderte Motor dürften allerdings etwas kräftiger zupacken.

Technische Daten

Foto: Kawasaki
Die Schwinge der Z 750 R stammt von der Z 1000, Baujahr 2009.

Antrieb:
Vierzylinder-Reihenmotor, 4 Ventile/Zylinder, 77,7 kW (106 PS) bei 10 500/min, 78 Nm bei 8300/min, 748 cm3, Bohrung/Hub: 68,4/ 50,9 mm, Verdichtung: 11,3:1, Zünd-/Einspritzanlage, 42-mm-Drosselklappen, mechanisch betätigte Mehrscheiben-Ölbadkupplung, G-Kat

Fahrwerk:
Stahl-Brückenrahmen, Lenkkopfwinkel: 65,5 Grad, Nachlauf: 103 mm, Radstand: 1440 mm, Ø Gabelinnenrohr: 41 mm, Federweg v./h.: 120/134 mm

Räder und Bremsen:
Leichtmetall-Gussräder, 3.50 x 17"/5.50 x 17", Reifen vorn: 120/70 ZR 17, hinten: 180/55 ZR 17, 300-mm-Doppelscheibenbremse mit radial angeschlagenen Vierkolben-Festsätteln vorn, 250-mm-Einzelscheibenbremse mit Einkolben-Schwimmsattel hinten

Gewicht (fahrfertig): 227 kg*

Tankinhalt: 18,5 Liter Super (davon Reserve: k. A.)

Grundpreis: 8 995 Euro (zzgl. Nk)

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