Aprilias Werks-Superbike (Archivversion)

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Trotz Anlaufschwierigkeiten ist Aprilia bereit für den Einstieg in die Superbike-WM - und mischt damit in der Saison 1999 in allen WM-Klassen mit.

Aprilia hatte zu den Dezember-Tests in Jerez nicht nur 250er Rückkehrer Ralf Waldmann und 500er Aufsteiger Tetsuya Harada aufgeboten, der mit der V2-Maschine sensationell schnelle Runden drehte und nur unwesentlich langsamer war als Weltmeister Mick Doohan bei seiner jüngsten Rekordrunde im November. Auch das brandneue Superbike der italienischen Marke stand in Spanien im Blickpunkt des Interesses. Harald Eckl, Chef des ebenfalls in Jerez testenden Kawasaki-Werksteams, freut sich schon auf die neue Konkurrenz: »Jedes neue Werk tut der Superbike-WM gut und stärkt ihre Position gegenüber den Grand Prix.« Und als Eckl den mit Technik und Elektronik vollgepackten 1000er Aprilia-Twin in der Box ohne Verkleidung sah, kam ihm spontane Anerkennung für die neue Konstruktion der Italiener über die Lippen. »Das ist von der Basis her schon ein Rennmotorrad wie die Ducati. Wir fahren dagegen mit verbesserten Serienmaschinen«, verglich er die italienische und die japanische Philosophie bei der Konzeption eines Renn-Superbikes. Neben Testfahrer Antonello trat in Jerez erstmals Peter Goddard in Aktion, Aprilias Werkspilot für die WM 1999. Der 34jährige Australier, der in der letzten Saison auf Suzuki WM-Neunter bei den Superbikes wurde, 1997 die Langstrecken-WM gewann und auch allerhand 500er Grand Prix-Erfahrung besitzt, war beeindruckt vom enormen Drehmoment und vom breiten Leistungsband des italienischen 60-Grad-V-Twins: »Mit der Aprilia mußte ich hier in Jerez maximal in den vierten Gang hochschalten. Beim Suzuki-Vierzylinder hätte ich sicher auch den sechsten gebraucht.« Goddard ließ es am ersten Tag bei etwa 20 Testrunden bewenden und war hauptsächlich damit beschäftigt, das neue Motorrad und seine Eigenheiten kennenzulernen. Klar, daß Aprilia mit Kinderkrankheiten zu kämpfen hat. »Unser Bike funktioniert noch nicht optimal für den Rennbetrieb. Wir haben Probleme mit dem Getriebe, der Kupplung und der Hinterradfederung. Aber das ist normal bei einer Neukonstruktion, und wir arbeiten fieberhaft daran, diese Dinge in den Griff zu bekommen«, machte Cheftechniker Jan Witteveen in Jerez keinen Hehl aus den Anlaufschwierigleiten des Projekts. Peter Goddard, der im Lauf seiner langen Karriere schon die unterschiedlichsten Marken pilotiert hat, ist jedoch vom Potential der Superbike-Werks-Aprilia fest überzeugt: »Da steckt viel drin - auf jeden Fall mehr als in der Suzuki, die ich zuletzt gefahren bin.“
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