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Schindlers Kiste

Der Mann, der mehr als 1000 KZ-Häftlinge rettete, fuhr Motorradrennen. Daran erinnerte der Technikhistoriker Erwin Tragatsch 1964 in MOTORRAD.

Die Nachricht ging um die Welt: Vor ein paar Wochen fand sich Schindlers Nachlass in einer Dachkammer - Dokumente des Widerstands, der Zivilcourage. Als alle mitliefen, sich darauf beriefen, nur Befehle auszuführen, da setzte einer die eigene Existenz aufs Spiel, um über 1000 KZ-Häftlinge zu retten. Indem er sie beschäftigte, freikaufte. Oskar Schindler war ein Held. Einer von dem seine Landsleute zunächst nichts wissen wollten. Weil er sie an ihre eigene Schuld erinnerte. So war das noch 1964, als Erwin Tragatsch seine Erinnerungen an den Jugendfreund in MOTORRAD niederschrieb. Die Rennerei - nur eine Episode in seinem Leben? Mag sein. Doch eine charakteristische. Wer vor der Ziellinie stehen bleibt wie Schindler, der schert sich nicht um Regeln und Konventionen. Der fährt sein eigenes Rennen.
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