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RichtungsweisendBei verschiedenen Motorrad-Zubehörhändlern werden Miniblinker mit einem »E«-Prüfzeichen angeboten. Was genau bedeutet dieses Zeichen? Und darf ich Blinker, die so ein Prüfzeichen besitzen, ohne TÜV-Vorführung und Eintragung in die Fahrzeugpapiere an mein Motorrad anbauen?Frank Seider, RatingenMOTORRAD Das Wichtigste vorneweg: Eine Eintragung in die Papiere oder eine TÜV-Vorführung gekennzeichneter Blinker ist nicht erforderlich, solange die Miniblinker nur gegen die Originalblinker getauscht und nicht an einer anderen Stelle des Fahrzeugs angebaut werden. Schließlich gelten für Fahrtrichtungsanzeiger festgelegte Vorschriften bezüglich Einbauhöhe, Abstand zueinander und Abstrahlwinkel. Bei veränderten Anbaupositionen der Blinker sollte man sich deshalb vorher bei seiner zuständigen TÜV-Prüfstelle informieren. Allgemein gilt, das auf den in Deutschland zulässigen Blinkern verschiedene Kennzeichen und Kürzel vorhanden sein müssen, die die korrekte, europaweite Prüfnorm belegen. An erster Stelle steht das »E« mit einem Ländercode. Beispielsweise steht »E 1« für eine erfolgreich abgeschlossene Prüfung in Deutschland und »E 3« für eine Prüfung in Italien. Für die Zulassung in Deutschland spielt es jedoch keine Rolle, in welchem europäischen Land die Prüfung erfolgte. Motorradblinker müssen außerdem die Kennzeichnung »50R« aufweisen, die besagt, dass die vorliegende Beleuchtungseinrichtung entweder für den Einsatz als Rücklicht, Bremslicht, Standlicht, Fern- und Abblendlicht oder eben als Fahrtrichtungsanzeiger für motorisierte Zweiräder geprüft wurde. Weitere Ziffernkürzel verraten, ob die Blinker vorn (dafür steht »11«) oder hinten (»12«) verwendet werden dürfen.Ein korrekt gekennzeichneter, zulässiger und in Deutschland geprüfter Blinker, der vorn und hinten eingesetzt werden darf, hätte somit folgende Kennzeichnung auf dem Blinkerglas: E1 50R 11 12.TiefstaplerDie Nachfrage nach Motorrädern mit niedriger Sitzhöhe steigt ständig. Doch nicht alle »Kurzbeinigen« wollen einen Chopper fahren – mir ging’s genauso. Deshalb habe ich in vielen Stunden Eigenarbeit meine BMW R 1100 R entsprechend umgebaut. Nach Anfertigen einer speziellen GFK-Form sowie Umbau und Abpolsterung der Sitzbank schrumpfte die Sitzhöhe auf 68 Zentimeter – mit dem Segen des TÜV.Willmar Bernhardt, IngolstadtWindjammerIch bin zirka zwei Meter groß, fahre eine Honda Africa Twin und störe mich an den ziemlich lauten Windgeräuschen am Helm. Jetzt habe ich schon mehrfach gelesen, dass hinterströmte Verkleidungen oder Scheiben weniger Wirbel erzeugen. Über den Scheinwerfern wäre ein möglicher Einlass für solch eine Luftzufuhr. Dieser ist aber im Originalzustand von der Unterkante der Scheibe verdeckt. Mit welchen Ergebnissen müsste ich rechnen, wenn ich den Schlitz öffne?Heiko Fricke, AltdorfMOTORRAD Ganz einfach, dann hätten Sie einen Schlitz in der Scheibe. Spaß beiseite: Wenn diese relativ kleine kosmetische Maßnahme eine spürbare Verringerung der Verwirbelungen hinter der Verkleidungsscheibe bringen würde, dann hätten die japanischen Konstrukteure die Africa Twin längst dementsprechend modifiziert.Das Prinzip der Hinterströmung funktioniert keinesfalls bei allen Scheiben. Ganz entscheidend sind die Scheibenneigung, die den Anströmwinkel des Fahrtwinds bestimmt, und die Scheibenausführung (Höhe, Breite, Formgebung). Zusätzliche Spoiler, Schlitze oder andere konstruktive Maßnahmen mögen durchaus für geringere Verwirbelungen und damit niedrigere Geräuschentwicklungen sorgen, doch sind dafür aufwendige Fahrversuche erforderlich. Deshalb Vorsicht mit irreversiblen baulichen Veränderungen am Motorrad.Fahrversuche bei verschiedenen Geschwindigkeiten, unterschiedlichen Körper- und Kopfhaltungen sowie der Kauf eines strömungsgünstigen, leisen Helms und zu guter Letzt ein Paar Ohrenstöpsel sind noch immer die sicherste Methode die unangenehmen Fahrgeräusche einzudämmen.Das eigentliche Problem bei der Africa Twin liegt darin, dass sich die recht steile Verkleidungsscheibe sehr weit vor dem Fahrer in den Fahrtwind stemmt. Die unvermeidbaren Verwirbelungen entstehen zwar bereits an der Abrisskante der Scheibe, breiten sich aber erst dahinter zu einer großen Turbulenzzone aus. Das Ergebnis ist bekannt. Und das Problem kennen nicht nur Africa Twin-Fahrer, sondern alle Besitzer von Motorrädern, deren Verkleidungsscheiben ähnlich steil und ähnlich weit vor dem Fahrer angebracht sind. Moment malSeit geraumer Zeit grübeln einige Freunde und ich über die Drehmomentberechnung an Fahrzeugen. Das Drehmoment M mit der Einheit Newtonmeter (Nm) berechnet sich aus Kraft mal Länge des Kraftarms. Bei Anzugsmomenten von Schraubverbindungen kein Problem, aber die Übertragung auf den Motor bereitet uns Kopfzerbrechen. Was ist die Kraft, was die Länge des Kraftarms, und wo wird das Drehmoment gemessen? Und wieso fällt das Drehmoment wieder bei steigender Drehzahl?Richard Hadersbeck, HamburgMOTORRAD Bei Schraubverbindungen entsteht das Drehmoment über die aufgewendete Handkraft und die Hebelarmlänge des Werkzeugs (senkrecht zur Drehachse). Ebenso funktioniert die Sache im Verbrennungsmotor: Der Verbrennungsdruck erzeugt eine Kraft auf den Kolben, die diesen nach unten drückt und über den Hebelarm der Kurbelwelle ein entsprechendes Drehmoment erzeugt.Aus Drehmoment und Drehzahl kann über eine physikalische Formel die Leistung bestimmt werden: P (kW) = M (Nm) x n (1/min)/9549.Da das Drehmoment unmittelbar vom Verbrennungsdruck abhängt und dieser wiederum von der Menge des Kraftstoff/Luft-Gemischs, entsteht ein direkter Zusammenhang zwischen dem erzeugten Drehmoment und dem sogenannten Füllungsgrad. Dieser Füllungsgrad sinkt ab einem bestimmten Drehzahlbereich, da die Öffnungsintervalle der Ventile bei steigender Drehzahl immer kürzer werden. Ergebnis: das Drehmoment fällt in höheren Drehzahlbereichen wieder ab. HitzewelleNeulich bei einem Gläschen Bier diskutierten wir in unserer Moped-Clique darüber, welche Flüssigkeit eines Motorradmotors denn nun schneller warm wird, Kühlwasser oder Öl. Wir waren uns nicht so ganz einig, deshalb stellen wir die Frage an MOTORRAD.Ralph Jansen, MünchenMOTORRAD Das Kühlwasser erwärmt sich nach dem Starten eines Motors schneller als das Öl. Sinn der Kühlflüssigkeit ist es ja gerade, die Wärme an thermisch hochbelasteten Teilen abzuführen. Daher verlaufen Kühlwasserkanäle in der Nähe der Zylinder und -köpfe. Hat der Motor allerdings erst einmal seine Betriebstemperatur erreicht, weist wiederum das Öl die höhere Temperatur auf – im Extremfall bis weit über 120 Grad Celsius. ÜbergangslösungWer kann mir sagen, ob ich mit einem roten Probekennzeichen (das für Händler, nicht das für Privatleute mit dem gelben Datumsfeld) nach Italien und/oder in die Schweiz fahren darf?kbuerger@cscploenzke.deMOTORRAD In Ländern der EG dürfen Motorräder mit den in Deutschland ausgegebenen roten Kennzeichen bedenkenlos bewegt werden, ebenso mit den seit 1998 für Privatpersonen erhältlichen Kurzzeitkennzeichen. Da die Schweiz nicht der EG angehört, sollten Sie für Fahrten nach Italien entweder den Weg über Österreich oder über Frankreich wählen.
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