(Archivversion)

Von Monstern und noch mehr Monstern

Nahezu unbemerkt von der versammelten Fachpresse stellte Laverda eine kleine, aber feine Maschine auf dem Pariser Salon vor. Die XXXXX glänzt durch ein klares Design und durch einen Motor, den wir schon alle kennen: Es ist der 650 cm³ große V-Zweizylinder der Suzuki SV 650. Aber kommt Ihnen nicht auch das Design ein wenig bekannt vor? Ja, stimmt genau, die Ducati Monster stand Pate für die kleine Laverda. Ein Konzept, das Cagiva mit der Raptor ebenfalls auf die Räder stellte. Motor von Suzuki, Optik von Ducati, mit ein paar zusätzlichen Schnörkeln versehen. Ducati gelang mit der 1994 vorgestellten Monster einfach ein Glücksgriff in die Design-Kiste und hat damit die meistverkaufte Ducati aller Zeiten geschaffen. Wohl Grund genug, das Konzept zu übernehmen.Doch ich frage mich: Können Firmen mit einer solchen Tradition wie Laverda nicht eigene Ideen entwickeln? Muss man sich immer an erfolgreiche Produkte anderer anlehnen? Schließlich hätte gerade Laverda in der eigenen Firmengeschichte genügend Beispiele, wie man klassisch gezeichnete Maschinen gestaltet. Wer erinnert sich nicht gern an eine 750 SFC oder die mächtigen Dreizylinder? Eine Rückbesinnung auf die klassische Linie könnte für Laverda der Schlüssel zum Erfolg sein. Und ausgerechnet an einer japanischen Marke könnten sich die Italiener da ein Beispiel nehmen: Kawasaki verkauft die W 650 wie warme Semmeln. Das Retro-Bike trifft eben genau den Nerv vieler Motorradfahrer. Man denkt gern mal wieder an vergangene Zeiten zurück, besinnt sich auf alte Werte. Das würde ich Laverda auch wünschen. Denn die Marke besitzt immer noch den Klang kräftig tönender Zweizylinder und rau laufender Dreizylinder. Wundern muss ich mich über Suzuki. Noch nie habe ich es erlebt, dass eine japanische Firma ihr Know-how, nämlich Motoren, so freizügig der Konkurrenz zur Verfügung stellt. Hat man davon zu viel gebaut, oder will hier jemand beweisen, was man um Suzuki-Motoren alles Gestalten kann? In jedem Fall kurbelt Suzuki so die Bemühungen der belieferten Marken an, neue Maschinen auf den Markt zu bringen. Ob das im Interesse eines Herstellers sein kann? Ich denke wohl kaum.Es grüßt herzlichMichael Pfeiffer
Anzeige

Artikel teilen

Anzeige
Anzeige

Aktuelle Gebrauchtangebote