Auch das noch (Archivversion)

Auch das noch

Neuer »Werner« gefährdet Humorstandort Deutschland

Im Herbst geht der Achterbahn-Verlag, dessen Bilanz dank des Bestsellers »Werner« bislang als durchaus erfreulich bezeichnet werden konnte, an die Börse. Nach der T- könnte nun also die W-Aktie die Deutschen in einen Kaufrausch stürzen. Doch bereits vor Ausgabe der Papiere erschüttert eine schwere Krise die zukünftige AG, und führende Wirtschaftsexperten sehen den Humorstandort Deutschland ernsthaft gefährdet. Ausgelöst wurde der Einbruch von dem Werner-Buch »Mehr über alles ...« »Ein Minuswachstum an Humor«, analysierte »Der Wirtschaftsmonat«, und das Kapitalmagazin »Kröten« menetekelte: »Dieses Werk schreckt Investoren ab.« Lediglich Bundeswirtschaftsminister Günter Rexrot, der die Förderung des einheimischen Humors zu seinen wichtigsten politischen Zielen zählt, konnte dem neuesten Werner positive Aspekte abgewinnen. »Dieses Buch liegt voll im Trend, weil in ihm öffentliche Humorleistungen in stärkerem Maße als bisher privatisiert werden.« Brösels Werk nutze dank seines autobiographischen Bezug die Spielräume für Privatisierungen, die seine Politik eröffnet habe, in vorbildlicher Weise. Daß Brösel jetzt ganze Sätze mache und auch das immense Potential, das sein Fotoalbum und seine Erinnerungen bieten, verklärend ausschöpfe, zeige, daß auch in Deutschland wieder erfolgreiche Innovationen möglich seien. Die Opposition forderte daraufhin den sofortigen Rücktritt des Ministers.
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