Aufsteigen, abfahren und genießen (Archivversion)

Aufsteigen, abfahren und genießen

Daß Motorräder zu Kunstobjekten erklärt und im berühmten New Yorker Guggenheim-Museum ins Szene gesetzt werden, ist dem Stellenwert des Einspurfahrzeugs höchst zuträglich. Jedenfalls werden vermutlich noch einmal 113 Jahre Motorrad-Geschichte vergehen müssen, ehe »Frankfurter Allgemeine« und »Zeit« unisono Motorräder als Titelthema ihrer Magazine präsentieren.Trotzdem wette ich, daß ein anderes Thema dieser MOTORRAD-Ausgabe für mehr Diskussionen in der Zweirad-Zunft sorgt. Fährt eine Enduro in den Alpen wirklich allen anderen Maschinen davon? Dies war die (Stammtisch-)Frage, die Mini Koch und Kollegen zum ausgefallenen Konzeptvergleich ab Seite xx trieb. Heraus kam ein aufschlußreicher Report, der auf dem Handlingskurs nicht nur via Data Recording alles über Kreiselkräfte, Lenkgeometrie, Fahrwerk, Kurvengeschwindigkeiten und Rundenzeiten offenbart hat. Auf typischen Motorradstraßen wurde zudem eines einmal mehr klar: Gelungene Ergonomie, ein breiterer Lenker und eine aufrechtere Sitzposition, ein handliches, durchzugstarkes Motorrad ohne abrupte Lastwechsel und mit leichtgängiger Schaltung garantieren sofortiges Wohlfühlen. Und das macht den Fahrer wirklich zu dem, was unser Senior-Instruktor des Perfektionstraining, Professor Dr. Bernt Spiegel, so treffend formulierte: der Mensch als oberer Teil des Motorrads.Natürlich gab´s und gibt´s immer wieder Versuche, ein Motorrad als die ultimative Fahrspaß-Komfort-Sport-Reise-Touren-Maschine zu kreieren. Doch Modelle wie die Yamaha TDM 850 oder neuerdings die Cagiva Gran Canyon sind eben nicht in allen Punkten ein gelungener Kompromiß und nicht jedermanns Geschmack. Daß auch MOTORRAD-Leser jeglichen Alters und verschiedenster Fahrerfahrung am liebsten nur aufsteigen, abfahren und genießen, ohne sich bei einem Maschinenwechsel lange an Eigenheiten und Eigenwilligkeiten jedes einzelnen Motorrads gewöhnen zu müssen, das zeigte eine Alpentour von drei Leserinnen und acht Lesern mit MOTORRAD-Testern. Obwohl die derzeitigen Tourenmotorräder vom Bestimmungszweck klar definiert sind, wechselte die Stimmungslage je nach Fahrzeug beträchtlich. Auch wenn diese Geschichte noch erzählt werden wird, eines steht nach den doppelten Erfahrungen fest: Wer ein Motorrad anschafft, der sollte sich vorher sehr genau über den (mehrheitlichen) Einsatzzweck klar werden. Damit jeder Kilometer zum puren Erlebnis und nicht zur Tortur oder zur nervigen Beziehungskrise wird. Womit ausdrücklich nicht mögliche Sozia(l)-Probleme allein gemeint sind...Allseits gute Fahrt auf allen Wegen und mit allen Motorradtypen wünscht
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