Baba und die Suzuki GSX-R 1000 (Archivversion)

Baba und die GSX-R 1000

In dieser Ausgabe von MOTORRAD finden Sie, lieber Leserinnen und Leser, zwei Geschichten, die erst auf den zweiten Blick etwas miteinander zu tun haben. Zum einen, ganz aktuell, den Top-Test der brandneuen und ultrastarken Suzuki GSX-R 1000. Und zum zweiten das Porträt von Tadao Baba, einem der führenden Honda-Ingenieure und Schöpfer der CBR 900 RR. Anlässlich eines langen Arbeitstages, an dem sich Tadao Baba und sein Mitarbeiterstab über die Messmethoden von MOTORRAD informierten, hatte ich Gelegenheit, ausgiebig mit ihm, Motorrad-Mann durch und durch, zu diskutieren. Und ein Thema interessierte uns beide am meisten: Wohin geht die Reise bei den supersportlichen Big Bikes?Wird nach der extremen Suzuki GSX-R 1000 eine noch extremere Honda CBR 1000 RR oder Yamaha YZF-R12 oder Kawasaki ZX-10RR folgen? Reichen dem geneigten Sportfahrer satte 160 PS in 200 Kilogramm Lebendgewicht, die für über 285 Spitze und eine Beschleunigung von knapp über sieben Sekunden auf 200 km/h sorgen, nicht wirklich? Will die Sportmotorrad-Szene immer noch mehr, noch leichter, stärker und schneller? Sind in zehn Jahren 200 PS und 160 Kilogramm erreicht, 299 km/h und fünf Sekunden auf 200? Wir waren uns schnell einig, dass dies nicht zwangsläufig die Ziele der Zukunft sein müssen. Schließlich wird der Motorradfahrer nicht unbedingt jedes Jahr um so viel besser und erfahrener, wie es die neuen Maschinen eigentlich erfordern. Nein, die Zukunft sollte eher Fortschritte in Design, Fahrbarkeit, Sicherheit und Umweltverträglichkeit bringen.Nach dem MOTORRAD-Top-Test jedenfalls steht fest: Mit der Suzuki GSX-R 1000 hat die Entwicklung, so will es uns heute erscheinen, eine Grenze erreicht. Nicht aus technischer Perspektive, da ist sicherlich trotz allem noch mehr möglich, sondern aus menschlicher. Wenngleich die Leistungsentfaltung absolut homogen und dadurch berechen- und beherrschbar ist, bedarf es einer äußerst feinfühligen Gashand. Denn das Beschleunigungsvermögen der ultraleichten Tausender ist schlicht brutal, nötigt selbst erfahrenen Testredakteuren und ehemaligen Rennfahrern Respekt ab. Tadao Baba weiß natürlich, was Honda in der Pipeline hat. Mir hat er, auch bei Anwendung jeglicher journalistischer Kunstgriffe, immer nur mit japanischem Lächeln geantwortet: Man wird sehen. MOTORRAD wird es Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, berichten.
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