Beratung Gabel-Tuning (Archivversion)

Federung

Einfache Eingriffe in die Abstimmung einer Gabel kann der versierte Bastler in Eigenregie durchführen.

Wer weiß, was er will, hat den entscheidenden Schritt schon geschafft. So auch bei Abstimmungsänderungen an der Gabel. Da Federung und Dämpfung stets zusammenspielen, erfordert es einige Erfahrung, das Problemm zu erkennen. Wer nach den Tips auf Seite xxx vorgeht, kann mit etwas Feeling den Schwachpunkt lokalisieren. Handelt es sich um die Federung der Gabel, sind Änderung im Do-it-yourself-Verfahren ohne großen Aufwand möglich. Erster Schritt ist die korrekte Vorspannung. Falls die Gabel keine Einstellvorrichtung hat, müssen passende Kunststoff- oder Metallhülsen beziehungsweise -Scheiben für passende Spannung sorgen. Schlägt das Motorrad bei hoher Belastung der Gabel oft durch oder taucht es beim Bremsen zu weit ein, muß eine härtere Feder her. In seltenen Fällen kann eine weichere Feder nötig sein, zum Beispiel bei einem extrem leichten Fahrer. Der Tausch der Gabelfedern ist relativ einfach, er läßt sich fast immer ohne Ausbau der Gabelholme bewerkstelligen. Im Zubehörhandel gibt es ein reichhaltiges Angebot an Federn. Ob eine progressiv gewickelte Feder oder eine mit linearer Kennlinie gewählt wird, ist Geschmackssache. Einige Spezialisten schwören auf progressive, andere favorisieren lineare Federn. Wer mehr Progression will, hat außer den Stahlfedern eine andere Möglichkeit: Diese läßt sich außerdem durch Verändern der Luftkammer beeinflussen (siehe nebenstehenden Kasten). Kontrolliert wird die Luftkammer bei ausgebauten Federn und ganz zusammengeschobener Gabel, die Hersteller geben in den Handbüchern oft das empfohlene Maß für den Ölstand in der Gabel an. Die Kontrolle klappt am besten bei einzelnen Gabelholmen, das geht notfalls auch mit der eingebauten Gabel, indem der Vorderbau ganz herabgelassen wird. Komplizierter sind Änderungen an der Dämpfung. Gabelöl mit höherer Viskosität bringt mehr Dämpfung im gesamten Bereich, daher ist es manchmal ein wirksames Mittel bei lascher Dämpfung. Ein gezieltes Verändern eines bestimmten Bereichs - zum Beispiel der Druckdämpfung bei schnellem Einfedern - ist nicht möglich. Versierte Bastler können auf Kits zurückgreifen, die eine sportlichere Abstimmung mit größerem Einstellbereich erlauben. MOTORRAD probierte an der GSX-R 750 einen Kit von Race Tech aus. Der Einbau ist extrem aufwendig, das überläßt man lieber dem Importeur. Für sportliche Fahrweise bringt der Kit eine deutlich bessere Vorderradführung.
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Die Luftkammer (Archivversion)

Luftkammer und Schraubenfedern wirken in einer Gabel stets in Verbindung
Würde in den beiden Gabelholmen nur gleichmäßig gewickelte Schraubenfedern wirken, ergäbe das eine linare Kennlinie. Das hätte zur Folge, daß die Gabel bei hoher Last zum Beispiel auf der Bremse zum Durchschlagen neigt. Gewünscht wird dagegen eine zunächst weich ansprechende Federung, die bei hoher Last härter wird. Dies ist bei einer Telegabel grundsätzlich der Fall, durch die Luft in den Holmen arbeitet die Gabel progressiv. Bei ganz ausgefederter Gabel herrscht innen kein Überdruck, dann wirken nur die Schraubenfedern. Beim Einfedern wird die Luft in beiden Holmen komprimiert, es bildet sich mit zunehmendem Druck ein immer stärker wirkendes Polster. Der Einfluß dieses Luftpolsters läßt sich variieren. Mehr Öl in der Gabel bedeutet weniger verbleibende Luft, die effektive Kennlinie wird progressiver. Ein niedrigerer Ölstand heißt mehr Luft, die dann entsprechend weniger komprimiert wird. Auf die statische Einfederung des frei stehenden Motorrads inklusive Fahrer, auch als Durchhang bezeichnet, hat die Luftkammer nur wenig Einfluß, diese wird fast ausschließlich über die Vorspannung bestimmt.

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