Betriebskosten 34 PS-Motorräder (Archivversion)

Kaum Kohle

34-PS-Maschinen kosten weder in der Anschaffung noch im Unterhalt die Welt. Hier drei Beispiele aus den MOTORRAD-Langstreckentests: Die BMW F 650, die Honda CB 500 und die Yamaha XJ 600 S.

Motorradfahren ist eine schöne Freizeitbeschäftigung, und da guckt man nicht so arg nach dem Geld, obwohl es unschlau wäre, zu verdrängen, daß ein großes Motorrad leicht die Kosten einer Limousine der gehobenen Mittelklasse erzeugt. 600 bis 800 Mark jeden Monat für Versicherung und Steuern, Sprit und Reifen, Inspektionen und Reparaturen, ganz zu schweigen von den so beliebten An-und Umbauten, gehen da leicht drauf. Ganz so teuer kommen 34 PS-Motorräder in der Regel nicht. Nehmen wir ein Beispiel: die BMW F 650. Ein viertaktender Zylinder reicht in allen Lebenslagen und reißt kein allzugroßes Loch ins Portomonnai. Etwa fünf Liter Super auf 100 Kilometer fließen durch den Vergaser, ein Satz Reifen hält locker 10 000 Kilometer und länger, Inspektionen sind ebenfalls alle 10 000 Kilometer fällig - normalerweise also einmal pro Jahr - und kosten dank unkomplizierter Technik im Schnitt 350 Mark. Im MOTORRAD-Langstreckentest - allerdings in der ungedrosselten Version mit 48 PS - summierten sich die Kosten auf 28 Pfennig pro Kilometer ohne Wertverlust und 39 Pfennig mit Wertminderung. Hinzu kommen noch Steuern (bescheidene 93,60 Mark) und Haftpflicht plus Teilkasko in Höhe von etwa 500 Mark pro Jahr bei 100 Prozent Beitrag. Wer schon länger fährt, geht bis auf 50 Prozent runter, zahlt nur noch zirka 250 Mark. Bei 10 000 gefahrenen Kilometern im Jahr -und das ist schon eine ganze Menge - errechnet sich daraus eine monatliche Belastung von unter 300 Mark, wenn der Wertverlust unberücksichtigt bleibt.Mehr Zylinder bedeutet nicht unbedingt mehr Kohle. Im Gegenteil: Im Falle einer Yamaha XJ 600 S kamen die Langstreckentester auf bloß 24 Pfennig pro Kilometer, obwohl der Reihenvierzylinder deutlich mehr Benzin schluckte, dafür aber bei Ersatz-und Verschleißteilen günstiger kam. Auch hier wurde die 60 PS-Ausführung getestet; mit 34 PS dürfte es eher etwas preiswerter abgehen. In der Anschaffung viel billiger als die BMW, dafür höherer Wertverlust und wieder kamen 39 Pfennig auf 1oo Kilometer dabei raus. Ein drittes Kostenbeispiel - der goldene Mittelweg sozusagen: ein Zweizylinder, vielleicht eine Honda CB 500. Wenngleich auch hier die Langstreckenerfahrungen nur mit einer 58 PS starken Version gemacht wurden, handelt es sich bei dieser Mittelklasse-Maschine um eine besonders kontofreundliche Art der Fortbewegung. Bloß mit 18 Pfennig schlug ein gefahrener Kilometer zu Buche, rechnete man den Wertverlust hinzu, entpuppte sich die CB 500 mit 27 Pfennigen erst recht als Pfennigfuchser.
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