Beumer, Ludy: Interview (Archivversion)

Interview

Ludy Beumer von der Yamaha-
Europa-Zentrale in den Niederlanden.

Der zweitgrößte Motorradhersteller der Welt, Yamaha, sieht enorme Absatzsteigerungen voraus. Wie kommt’s?
Yamaha erwartet dieses Jahr eine Steigerung des eigenen Absatzes von motorisierten Zweirädern und Quads um 15 Prozent auf knapp 3,4 Millionen Einheiten. Bereits im Vorjahr betrug der Zuwachs rund 18 Prozent, wobei der Weltmarktanteil von Yamaha bei rund neun Prozent lag. Dieser Anteil soll mittelfristig bis 2005 auf 13,6 Prozent erhöht werden. Die Nachfrage in den Hauptabsatzmärkten für motorisierte Zweiräder aller Hersteller belief sich 2003 auf mehr als 28,6 Millionen Einheiten und wird wohl 2006 bei rund 31,4 Millionen liegen. Der Absatz in vielen Märkten ist natürlich ein Schätzwert, weil es nicht überall Zulassungsbehörden oder Industrieverbände gibt, die zuverlässig zählen. Aber fest steht, dass ein enormer Bedarf besteht. Vor
allem in China, Indien und Indonesien.
Wie viele und welche motorisierten Zweiräder werden in Asien verkauft?
In China werden 2004 alle Hersteller rund zwölf Millionen motorisierte Zweiräder verkaufen. Sehr große Märkte sind auch Indien mit rund 5,7 Millionen und Indonesien mit drei Millionen geschätzten Einheiten. Yamaha will 2004 allein in China rund 367000 motorisierte Zweiräder absetzen. Wir in Europa sind es gewohnt, Motorräder durch die YZF-R1-Brille zu sehen. Aber 80 Prozent der weltweit verkauften Kräder sind Roller und Mopeds bis 150 cm3. Häufig sind das robuste, in sehr hohen Stückzahlen kostengünstig produzierte Fahrzeuge, die zum Teil an Motorräder erinnern,
wie sie in Europa vor 20 Jahren modern waren.
Übertrifft die Nachfrage aus Asien die Nachfrage aus Nordamerika und Europa?
Ja. Für die USA plant Yamaha den Verkauf von 365000 und für Europa von 362000 Einheiten. Das Verkaufsziel in Indonesien sind 720000, in Thailand 220000 und in Indien 300000 Stück.
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