Chaos-Runde (Archivversion)

Chaos-Runde

Pro Superbike-DM: heftiger Streit ums Finale

Die Pro Superbike-DM-Saison endet im Chaos. »Christer Lindholm ist vielleicht schon seit vier Wochen Meister, aber er weiß es noch nicht«, brachte Jürgen Lamberty, Generalsekretär beim Deutschen Motor Sport Bund (DMSB), die verworrene Lage Ende August auf den Punkt. Lamberty musste zu diesem Zeitpunkt zur Kenntnis nehmen, dass der DMSB das von Lahr nach Assen verlegte Pro Superbike-Finale gar nicht ausschreiben darf. Denn nach der beiderseitigen Kündigung des Vertrags zwischen dem DMSB und Pro Superbike-Promoter Moto Motion gilt wieder ein Entscheid des Frankfurter Landgerichts vom Dezember 1998, wonach der DMSB keine Superbike-Rennen ohne die Zustimmung von Moto Motion durchführen darf, weil die pfälzische Agentur die Rechte an der Serie hat.Und Moto Motion-Chef Franz Rau denkt gar nicht daran, beim Endlauf in Holland mitzuspielen: »Wir hätten der Verlegung nur zugestimmt, wenn der DMSB die Kosten übernommen hätte, die uns wegen der Absage von Lahr entstanden sind.« Der DMSB weist jegliche Regressansprüche dagegen weit von sich. »Moto Motion hat die Absage von Lahr verursacht, da können wir keinen Schadensersatz leisten«, kontert Lamberty, der Rau zudem eine massive Blockadehaltung vorwirft. Falls es dem DMSB nicht doch noch gelingt, einen gegenteiligen Rechtsentscheid zu erwirken, wird die Veranstaltung in Assen (18./19.September) ohne die Superbikes über die Bühne gehen, und Christer Lindholm wäre dann bereits seit dem letzten DM-Lauf Ende Juni auf dem Nürburgring deutscher Meister.So muss sich Lindholms Arbeitgeber Yamaha wohl mit einem Titel aus der DM verabschieden, »der so nichts wert ist«, wie Superbike-Rennleiter Hermann Oetting die traurige Situation kommentiert. Yamahas Rückzug aus dem deutschen Motorradsport - nur der Yamaha-Cup wird fortgesetzt und im Moto Cross auf Sparflamme gekocht - könnte auch das neue DM-Konzept kippen, das Franz Rau im September präsentieren und mit möglichst vielen Partnern aus der Industrie durchziehen will. Denn nicht nur Yamaha wird den Kreis der potentiellen Geldgeber reduzieren, auch von anderen japanischen Importeuren ist zu hören, dass sie ihr Sportengagement in Zukunft reduzieren wollen.
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