Das letzte Rennen auf der Nordschleife (Archivversion)

Gralsritter

Es wurde nie geklärt, ob die Nordschleife sich ihre Helden aussuchte oder umgekehrt. Toni Mang, Jon Ekerold, Helmut Dähne unjd Alois Tost aber gehörten in jedem Fall dazu.

Der Grand Prix Deutschland 1980 war der letzte auf dem alten Nürburgring. Daß er zu den Legenden der GP-Historie gehört, hat jedoch andere Gründe. Schuld daran waren die Herren Jon Ekerold und Anton Mang. Der damals wie auch heute wieder in Deutschland lebende Südafrikaner Ekerold auf der vom Mofa-Hersteller Solo unterstützen Bimota-Yamaha und Mang auf der Krauser-Kawasaki waren punktgleich zum 350er WM-Finale in der Eifel angetreten und trieben sechs Runden lang den Titelkampf bis aufs äußerste. Am Ende wurde Ekerold mit 1,4 Sekunden Vorsprung Weltmeister. Die beiden waren gar schneller unterwegs als ein gewisser Kenny Roberts, der auf Platz vier in der 500er Klasse seinen dritten WM-Titel sicherte.Mindestens ebenso wie die GP-Stars liebten die eingefleischten Nordschleifen-Fans auch die Langstrecken-Asse beim Acht-Stunden-Rennen, allen voran die deutschen Helden Helmut Dähne und Alois Tost. Und ebenfalls 1980 trieben die beiden ihre Eckert-Honda hinter der Werks-Honda der Weltmeister Léon/Chemarin auf Rang zwei. Den »ewigen« Rundenrekord auf dem ehemals 22,8 Kilometer langen Nürburgring, der ja nach dem Neubau der GP-Schleife 1985 im Start/Ziel-Bereich nicht mehr existiert, hält übrigens Marco Lucchinelli auf einer 500er Suzuki in 8.22,23 min. Zum Vergleich: Der heutige König der Nordschleife, Helmut Dähne, fährt mit seiner Eckert-Honda RC 30 im Rallye-DM-Trimm, also auf irgendeine Art straßenzugelassen, die jetzt 20,8 Kilometer lange Runde unter 7.50 Minuten.
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