Den Bogen raus (Archivversion)

Den Bogen raus

IfZ-Meldebogen für gefährliche Straßenschäden

Der Fall ist bekannt: In nur zehn Tagen waren im September 1994 zwei geübte Motorradfahrer in den Leitplanken einer leichten Kurve der B 257 in der Eifel tödlich verunglückt. Unfallursache: Bitumenflickerei. Eine Anzeige gegen die zuständige Straßenverkehrsbehörde in Bad Neuenahr wurde von der Staatsanwaltschaft Koblenz zurückgewiesen (MOTORRAD 19/1996). Am 12. November 1996 hat sie nun die Beschwerde gegen diesen Beschluß ebenfalls verworfen. Kernpunkt auch dieser Ablehnung: »Hinweise auf die Gefahrenstelle auf der Bundesstraße 257 bei Kilometer 2,6 wurden der Polizei nicht mitgeteilt.« Außerdem hätten Messungen ergeben, daß »sowohl vor als auch nach dem gefährlich gewordenen Straßenbelag ... ausreichende bis gute Griffigkeit vorlag«. Damit ist über die Qualität des Straßenoberfläche an der Unfallstelle zunächst mal gar nichts ausgesagt. Es sei denn, der Staatsanwalt schließt von den Qualitäten »vor« und »nach« auf die Beschaffenheit »an« dem tödlichen Streckenabschnitt. Womit er sich freilich selber widersprechen würde, weil die Straße dann nämlich »gefährlich« und »griffig« zugleich wäre. Diese Logik verstehe, wer will. Für Motorradfahrer ergeben sich aus diesen juristischen Eiertänzen ganz andere Konsequenzen: Sie sollten gravierende Straßenschäden sofort melden. Damit sich die Behörden, wie in Fall Bad Neuenahr, nicht mehr damit herausreden können, sie hätten von nichts gewußt. Das Institut für Zweiradsicherheit (IfZ) hat deswegen einen Meldebogen (rechts) entwickelt, der gleich zwei Zwecke erfüllt. Er erleichtert den schriftlichen Hinweis auf eine Gefahrenstelle und macht diese damit auch »aktenkundig«. Das heißt: Die zuständige Stelle muß etwas unternehmen. Also: ausschneiden, kopieren, ausfüllen, abgeben.
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