Der Fall Malaguti (Archivversion)

Malaguti kontra Sachs

Der Streit um den Import von Malaguti-Rollern wird jetzt vor Gericht ausgetragen. Per einstweiliger Verfügung wollte der bisherige Malaguti-Importeur Robert Rau der zum Mannesmannkonzern gehörenden Firma Sachs verbieten, weiterhin zu behaupten, daß sie ab 1998 Einfuhr und Vertrieb der Roller übernehme. Bei einem ersten Termin vor dem Nürnberger Landgericht konnte der Richter Raus Argumentation aber nicht folgen. Demnach hätte Sachs, nachdem sich deren bisheriger Partner Peugeot unerwartet verabschiedet hatte, seine überlegene Marktstellung ausgenutzt, um Rau auf sittenwidrige Weise vom Markt zu drängen. Laut Rau habe Sachs der Firma Malaguti in Bologna die jährliche Abnahme von 12000 Rollern über vier Jahre und eine Bürgschaft über 15 Millionen Mark garantiert. Daraufhin habe Malaguti von ihm (Rau), der die Marke seit 1993 importiert, in Deutschland bekannt gemacht und 1996 knapp 4500 Roller verkauft hat, nichts mehr wissen wollen und im Juni die vertraglich geregelten Exklusiv-Rechte zum Jahresende gekündigt. Diese Kündigung sieht Rau aber nicht als rechtens an. Nach Auffassung seiner Anwälte gelten hierfür Kündigungsfristen von mindestens einem Jahr. Dies müsse vom Gericht überprüft werden. Eine vom Richter vorgeschlagene Einigung zwischen Sachs und Rau lehnten beide Seiten ab. Rau will nun wegen Geschäftsschädigung gegen Sachs klagen.
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