Deutsche Langstreckenmeisterschaft (Archivversion)

Breitensport

Turbulentes Saisonfinale der Langstrecken-DM, auf und abseits der Rennstrecke in Oschersleben.

Über eines kann sich MOTO aktiv, Veranstalter der deutschen Langstreckenmeisterschaft (DLM), nicht beklagen: mangelndes Interesse. 62 Teams nahmen im Motopark Oschersleben, Deutschlands heimlicher Endurance-Metropole, das Acht-Stunden-Rennen auf.Allerdings mit etwas Verspätung, denn irgendwie steckte der Wurm in diesem Saisonfinale. Sturz- und Ölspurenpech zog sich durch alle Trainingssitzungen. Der ohnehin schon enge Zeitplan drohte zu kippen. Das Zeittraining musste schließlich ersatzlos gestrichen werden, auch hier hatte sich gleich zu Anfang auf glitschiger Piste mehrere Stürze ereignet. Also entschlossen sich Rennleitung und Fahrersprecher zu einem kuriosen Schritt: Um die Renndauer von acht Stunden halbwegs einhalten zu können, wurde die Startaufstellung per Los entschieden. Und so kam es, dass das favorisierte Laaks-Yamaha-Team sich beinahe am Ende des Feldes einreihen musste. Gottlob schienen aber alle bösen Flüche nach dem Training vergessen, das Rennen verlief ohne Regen und ohne größere Stürze. Das von Yamaha-Händler Theo Laaks aufgebotene Starensemble rund um den mehrfachen deutschen Meister Herbert Kaufmann ackerte sich mit der R6 im Laufe des Rennens schließlich doch an die Führungsposition, die sie auch nicht mehr hergaben. Auf den Plätzen liefen zwei 750er-Teams ein, die dieses Jahr auch in der Langstrecken-WM um Punkte gekämpft haben: das »aus Spaß an der Freud’« teilnehmende MOTORRAD-ACTION-TEAM in abgeänderter Besetzung Lindner/Fraas/Schröter und Gres/Blug/Arndt vom Team Schäfer Motorsport. Friede, Freude, Siegersekt? Mitnichten. Weil die alle drei Siegermaschinen auf dem Prüfstand zu viel Leistung auf die Rolle gedrückt haben sollen, wurde diese Teams aus der Wertung genommen.Nun sind Leistungsobergrenzen in einer Amateur-Rennserien zunächst einmal gut, weil Tuning viel Geld kostet. Wenn aber ein Prüfstand derart hanebüchene Ergebnisse ausspuckt wie in Oscherleben, dann führt das zu Ärger und Frust. Teamchef Fraas vom ACTION TEAM nahm es zwar gelassen: »Wir akzeptieren diese Entscheidung, hatten dennoch viel Spaß beim Rennen.« Aber Laaks zeigte sich ziemlich angefressen: »Letzte Woche erst bin ich bei MOTO aktiv eingetreten, doch am Montag kriegen sie meine Kündigung.« Seine Yamaha R6 soll über 120 PS geleistet haben, obwohl der Yamaha-Händler Stein und Bein schwor, den 600er-Motor auf seinem eignen Prüfstand exakt auf reglementkonforme 109 PS getrimmt zu haben. Leider schien es wegen dieser Posse beinahe nebensächlich, wer die Teamwertung der DLM für sich entschieden hatte: Thurn Motorsport in wechselnder Besetztung auf einer Honda CBR 600 F.Die versöhnliche Nachricht zum Schluss: Für die nächste Saison wird ein neuer Prüfstand gesucht, interessierte Betreiber melden sich bitte bei MOTO aktiv (Telefon 06427/92300).
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