Eisspeedway-WM-Finale in Berlin (Archivversion)

Überraschende Entscheidung

Die Entscheidung war knapp, und sie fiel im 192. und letzten Ein-
zellauf der Eisspeedway-WM 2004 im Eisstadion in Berlin-Wilmersdorf, wo die Grand-Prix-Rennen sieben und acht gefahren wurden. So eng, wie die acht russischen Piloten dort zusammenlagen, so weit entfernt von dieser Spitzengruppe war der Rest der – westeuropäischen – Eisspeedway-Welt. Deutschlands Bester, Günther Bauer, der Vizeweltmeister aus dem Jahr 2003, kam mit katastrophaler Bilanz von den vier russischen Grand Prix zurück und erlebte dann beim vorletzten Meeting im holländischen Assen eine Pannenserie. Platz fünf und sechs in Berlin war schon eine Steigerung.
Ausgerechnet der mit Abstand älteste GP-Pilot war es, der am Samstag die Russen aufmischte. Der 56-jährige Schwede Per-Olof Serenius landete im A-Finale der besten vier Fahrer hinter Tagessieger Nikolai Krasnikov und Dimitrij Bulankin auf
dem dritten Platz. Da Titelverteidiger Vitalij Khomitsevitch im Finalrennen stürzte, wurde er nur als Vierter gewertet und ging
mit lediglich einem Punkt Vorsprung auf Bulankin in den entscheidenden Schlag-
abtausch am Sonntag. Iwan Iwanof und der erst 19 Jahre alte Krasnikov komplettierten das rein russische Starterfeld.
Weil der ebenso talentierte wie übermotivierte Krasnikov einen Sturz fabrizierte, wurde er disqualifiziert und das Rennen neu gestartet. Zunächst führte Iwanov vor Khomitsevitch und Bulankin, doch der zog noch ein Ass aus dem
Ärmel, verblüffte seine beiden Landsleute mit einem Überraschungsangriff und zog vorbei – zum Sieg und zum Weltmeister-Titel.
Lediglich zwei Deutsche waren neben Günther Bauer in Berlin am Start: Robert Eibl und Stefan Pletschacher. Doch die beiden traten nicht sonderlich auffällig in Erscheinung. Mehr als die WM-Schlussränge 13 (Eibl) und 16 waren nicht drin.
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