Fazit Japan gegen Europa (Archivversion)

Wenn zwei sich streiten...

... freut sich der Dritte. Und der heißt Otto Endverbraucher. Denn der Eifer, mit dem die Kontrahenten ans Werk gehen, bringt eine nie dagewesen Modell-Vielfalt hervor.

Der erbauliche Mehrkampf zwischen europäischen und japanischen Herstellern kommt zu einem Ende. Vorläufig. Innovation, Design, Charakter und Performance hießen die Disziplinen. Nach Punkten zwar gewinnt Europa, trägt den Sieg in den Klassen Highend, Zweizylinder, Enduro, 125er und Cruiser davon. Diesen Lorbeer sollte aber niemand auf die Gewürzwaage legen: Ganze Segmente – etwa jenes der preisgünstigen Naked Bikes – beherrschen die Japaner, da ist nix mit Zweikampf. Egal, denn der eigentliche Gewinner ist sowieso der Kunde, kann sein Glück nicht fassen: So viel Angebot war noch nie.Seit Europas Motorradboom die Investoren ermutigt, wieder auf die Zweiradindustrie zu setzen, seit der Preisvorteil der Japaner durch den steigenden Yen-Kurs schrumpft, erlebt die entzückte Szene eine europäische Premiere nach der anderen. Logisch, dass Bikes,in Europa für Europa erdacht, ihren Heimvorteil nutzen und sicherer ins Herz treffen.Aber: Die globalen Trends setzen weiterhin die Japaner. In den Siebzigern waren es Enduros, in den Achtzigern 600er-Supersportler, im vergangenen Jahrzehnt Bandit und Co. Und parallel dazu haben Nippons Söhne eine Produktqualität geschaffen, die in der Summe noch immer unerreicht ist. Schlaue Europäer versuchen, diese Qualität zu kopieren, die weniger Schlauen werden vom Markt verschwinden.Und weil der Japaner als solcher auch ein Schlauer ist und sich bei aller Schufterei einen feinen Sinn für Humor bewahrt, sollte sich kein Europäer in Sicherheit wiegen: Auch auf emotionale Produkte gibt’s kein Copyright.
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