Finanzierung und Leasing (Archivversion)

Drum prüfe...

....wer den Kauf einer Neumaschine plant, ob Finanzierung oder Leasing eine Alternative zur altbewährten Barzahlung darstellen. MOTORRAD gibt Entscheidungshilfe.

Regelmäßig zu Beginn des Jahres präsentieren Hersteller und Importeure nicht nur ihre neuen Modelle, sondern auch verlockende Finanzierungs- und Leasingangebote. Frei nach der Devise: Jetzt fahren, später zahlen. Diese Saison kurbeln die Importeure den Absatz mit Zinssätzen an, die zum Teil unter einem Prozent liegen. Nur BMW hat das nicht nötig und finanziert zu 6,9 Prozent effektiv. Wer clever ist und über die benötigte Summe bar verfügt, telefoniert zuerst bei verschiedenen Händlern an, um deren »Hauspreise« zu erfragen. Denn Nachlässe vom empfohlenen Verkaufspreis sind durchaus drin - später in der Saison oftmals im zweistelligen Prozentbereich. Wer sich dagegen anstelle der Barzahlung für eine Finanzierung interessiert, darf sich keine Rabatthoffnungen machen: Finanzierungs-und Leasingangebote basieren immer auf dem empfohlenen Verkaufspreis. Bei Suzuki und Yamaha gibt`s derzeit mit 0,69 Prozent die niedrigsten Zinssätze. Bei den Suzuki-Typen AN 125 und GSF 600 entfällt sogar die Anzahlung - das Angebot gilt aber nur bis 30. April. Ebenfalls noch unter der magischen Ein-Prozent-Marke rangieren die Honda- und Kawasaki-Angebote. Triumph offeriert neben günstigen 0,8 Prozent Effektivzins die Möglichkeit, nur zehn Prozent des Kaufpreises anzuzahlen; alle anderen Anbieter wollen bei Vertragsbeginn zwischen 20 und 30 Prozent sehen. Keine Regel ohne Ausnahme: Käufern einer T 595 Daytona oder Speed Triple T 509 werden 1,99 Prozent statt 0,8 Prozent Jahreszins abverlangt. Eine Besonderheit bietet Harley-Davidson mit dem Gebrauch der Kundenkreditkarte. Deren Kreditrahmen wird so weit aufgestockt, daß die Bezahlung der Neu- oder Gebrauchtmaschine möglich wird. Die Höhe der monatlichen Rückzahlung kann nun für jede Rate neu festgelegt werden, sie muß allerdings über zwei Prozent der Restschuld beziehungsweise 50 Mark liegen. Auch Sonderzahlungen sind jederzeit möglich. Außer der normalen Finanzierung hat auch BMW etwas Besonderes zu bieten: die Zielfinanzierung. Sie hat bei identischer Anzahlung und Laufzeit den Vorteil niedrigerer Monatsraten, bei Vertragsende sind die verbleibenden 50 Prozent des Kaufpreises in Form einer Zielrate fällig. Die BMW-Bank gibt einen Zinssatz von 6,9 Prozent vor, je nach regionalen Gegebenheiten können es die Händler aber auch günstiger anbieten. In Zeiten offensiver Zinspolitik bei der Fahrzeugfinanzierung müssen sich natürlich auch die Leasinganbieter attraktivere Konditionen einfallen lassen. Die Vorteile des Leasing sind - neben der steuerlichen Absetzbarkeit der Leasingraten bei gewerblicher Nutzung, was außer in Fahrschulen nur selten der fall ist - vor allem zwei Dinge: Erstens stellen manche Leasinggeber weniger hohe Ansprüche an die Kreditwürdigkeit des Kunden als kreditgebende Banken, zweitens sind die Monatsraten niedriger. Die Rechnung geht allerdings für den Privatkunden nur dann auf, wenn er die Maschine zum vertraglich vereinbarten Restwert kauft, da dieser fast immer unter dem realen Zeitwert liegt. Kaufen kann der Kunde aber nur bei seinem Händler, der ihm den Leasingvertrag vermittelt hat und nicht beim Leasinggeber direkt. Das ist gesetzlich untersagt. Also vorher mit dem Händler eine schriftliche Vereinbarung über den Kauf nach Ablauf des Leasingvertrags treffen. Und nicht vergessen, den Preis des Motorrads darin festzuschreiben. Händler und Leasingfirmen sehen es natürlich gern, wenn der Biker mit dem Restwert als Anzahlung in einen Folge-Leasingvertrag eines neuen Motorrades einsteigt. Für den Motorradfahrer ist das jedoch eine teure Variante. Denn er verliert die Differenz zwischen Markt- und Restwert. So wird der niedrige Restwert, mit dem manche Verleaser werben, zum Eigentor.
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