Gespann-Trial (Archivversion)

Gemeinsame Sache

Rad ab? Von wegen. Rad dran. Während Solo-Trialer nur mit viel Gymnastik ihre Vertikale bewahren, leben Gespann-Trialer von Natur aus stabiler. Ein kurzer Blick zu den Menschen, die trotz drei Rädern nach dem Gleichgewicht suchen.

In Sachen Entwicklungsgeschichte bot eine Insellage schon immer gewisse Vorteile. Denn was die Auslese der Evolution ansonsten als überflüssig, untauglich oder einfach nicht mehr zeitgemäß ausradiert hätte, bereichert in der Isolation des Eilandes bis heute das Weltbild. Gut so, denn ohne Australien gäb´s heute kein Känguruh und ohne Großbritannien eben auch kein Gespann-Trial.Gespann-Trial - ein Widerspruch in sich. Denn ist es nicht die ureigene Instabilität des Zweirads, welche das Trial, quasi als permanente Suche nach dem Gleichgewicht, zur ursprünglichsten aller Motorradsportarten macht? Und die vom stabilisierenden dritten Rad einfach ad absurdum geführt wird? Sei´s drum. Es funktioniert, und auch ein Gespann kann ja schließlich umkippen. Und deshalb gelten auch dieselben Regeln wie beim Zweirad-Trial. Nur für zu langes Stehen auf der Stelle und fürs Zurückrollen - Disziplinen, die Solo-Trialern ungestraft zur Ehre gereichen - gibt´s extra Strafpunkte. Ihre »splendid isolation« haben die Dreirad-Akrobaten allerdings schon längst verlassen. Seit über 20 Jahren zirkeln die Gespann-Trialer auch hierzulande zwischen Stock und Stein. Zugegebenermaßen nicht gerade auf professionellem Niveau, dafür aber mit eigenem Charme. Die Zweitakt-Suzuki der britischen Off Road-Schmiede Beamish, die einzige, die jemals serienmäßig Trial-Gespanne herstellte, hält sich beispielsweise seit ihrem Geburtsdatum Mitte der siebziger Jahre in der deutschen Dreirad-Szene.Womit sie beileibe nicht die älteste ist. Eine BMW R 25, Baujahr 1953, läuft ihr in dieser Beziehung deutlich den Rang ab. Macht aber nichts. Denn die ewigen Gebieter des deutschen Gespann-Trials, die Rheinländer Franken/Maetzschker, erlegten sich kürzlich ja selbst ihr Handikap auf und stiegen von einem modernen Solo-Trialer mit selbst angeschraubtem, 3000 Mark teuren Beamish-Replica-Seitenwagen auf eine antike Triumph-Twin um. Und in diesen Rohrgestellen turnen beileibe nicht nur gestandene Trial-Schmiermaxen. Das Co-Pilotentum präsentiert sich im Gespann-Trial alters- und geschlechtsübergreifend. Ob Kumpel, Frau, Freundin oder Kind - wer will, der kann. Woll’n Se auch mal ganz nah ran? Das können Se am 23. März in Herbede, am 4. Mai in Großheubach oder am 13. Juli in Gressenich. Wo das liegt, wer dort fährt und sonst fast alles weiß Dreirad-Trialer Manfred Schiemer, Telefon 0 88 69/9 32 56.
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