Gottesdienst für Motorradfahrer in Braunschweig (Archivversion)

Gottesdienst

8000 Motorräder vor dem Dom in Braunschweig

Das Ganze erinnert irgendwie an einen verspäteten Karnevalsumzug: Es wird gehupt und gewunken, entlang der Strecke warten TausendeSchaulustige, viele mit Foto- und Videokamera in der Hand. Doch statt ‘nem donnernden Helau gibt’s ein besinnliches Halleluja. Der Konvoi kurvt zum Dom.Ein Sonnabend im April. Wenig Wind, fast kein Regen, und manchmal läßt sich sogar die Sonne blicken. Motorradfahrer aus der Region Braunschweig fahren an Tagen wie diesen normalerweise in den serpentinenreichen Harz. Aber heute, am 26. April, ist da kaum einer zu sehen. Denn fast alle sind unterwegs zum Treffpunkt am Volkswagenwerk in Salzgitter. Zum zehnten Mal hat die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Motorradfahrer (acm) zur Gedenkfahrt für die Unfallopfer der vergangenen Saison aufgerufen. Seit zehn Uhr reißt der Strom der Biker nicht mehr ab. Das Einparken erfordert Millimeterarbeit: Die Motorräder stehen auf rund 15 000 Quadratmeter bedrohlich dicht nebeneinander. Der Startschuß für die erste der drei Gruppen fällt gegen 13 Uhr: Ziel ist der altehrwürdige Braunschweiger Dom. 8000 Motorräder werden auf der Strecke gezählt. Die Kulisse ist beeindruckend: 3000 Biker drinnen, mehrere Tausend auf dem angrenzenden Burgplatz. Als Pfarrer Reinhard Arnold das Totengedenken zu Ehren der 17 Motorradfahrer verliest, die 1996 auf den Straßen im Regierungsbezirk Braunschweig bei Unfällen ums Leben gekommen waren, wird vielen zum ersten Mal an diesem Tag der traurige Anlaß der Demo bewußt. Minutenlang herrschtbedrücktes Schweigen. bart
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