Harley-Fälschungen, Polizei macht Jagd auf (Archivversion)

Fälschung

Falsche Harley jagen, echte fangen

Die Dinger sind viel zu schön, um zahlreich zu sein: diese alten Starrahmen-Harley, die es ihren Treibern erlauben, mit Mini-Nummernschild und ordentlich Sound aus der Tüte durch die Lande zu lärmen. Kein Wunder, daß es Leute gibt, die hier ein prima Geschäft wittern, Rahmen nachbauen und mit gefälschten Papieren für legal verkaufen. Um denen auf die Schliche zu kommen, hat die Polizei in Augsburg eine »Arbeitsgruppe Harley-Davidson« gegründet und zum großen Halali auf Big Twins geblasen. Dabei kam’s schon mal vor, daß sie auch echte Harley beschlagnahmte. Und nicht mehr rausrückte. Weil ein Gutachter behauptete, diese Motorräder seien gefälscht. Berühmt wurde dabei ein »Spezialist« vom TÜV Heilbronn, der in mehr als 150 Prozessen bundesweit zu Rate gezogen wurde. Wenn er nur eine Schweißnaht fand, die nicht von Harley gezogen wurde, stand sein Gutachten fest: sofort aus dem Verkehr ziehen. Was ist ihm jetzt selbst passiert ist. Nachdem einer der Biker, dessen Gefährt er zu einem »umgebauten Original« erklärt und also stillgelegt hatte, Widerspruch gegen diese Entscheidung eingelegt hatte. Josef Ahmann aus Bamberg konnte nachweisen, daß der Starrahmen seiner 1953er Shovelhead nicht unzulässig verändert wurde. Der Gutachter hatte moniert, daß an der Seitenwagenaufnahme und am Lenkkopf bei der Tankaufnahme geflext worden sei. Ralf Deibert, bei Harley-Deutschland für Homologationen zuständig, stellte dazu fest: »Wir entziehen dem Fahrzeug deshalb nicht den Namen Harley-Davidson.« Gleichwohl hatte der Heilbronner Gutachter seine negativen Entscheidungen in der Regel mit einem Hinweis auf die »Praxis des Generalimporteurs« begründet. Er widmet sich jetzt anderen Aufgaben, der TÜV sieht in der Entfernung der Tankaufnahme nunmehr »keine konkrete Gefährdung für den Straßenverkehr«, und Josef Ahmann hat seine Harley wieder.
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