Honda-Informationstag Gold Wing 1800 (Archivversion)

Worte <br /><br /> für winger

Mitte März hat Honda Vertreter von drei
Gold-Wing-Clubs zum Gespräch nach Offenbach
geladen. Man habe »festgestellt, dass rund um die Gold Wing 1800 ein Informationsbedarf besteht«.

Wir wollen«, sagt Honda-Sprecherin Kerstin Martens, »den Kontakt intensivieren, mehr Gespräche mit den
Kunden führen, tiefere Gespräche. Deshalb dieser Informationstag.«
Derweil finden sich die Geladenen der Clubs – »Gold Wing Country”, »Gold Wing Club Deutschland«, »Gold Wing Road
Riders Association« – in einem Werkstattraum des Honda-Entwicklungszentrums zusammen. Manchen baumelt die Wing am Hals, golden, natürlich, an einer dicken Kette. Einer sagt, er habe über 1170 Lichtquellen an seinem Motorrad. Ein anderer präsentiert sein Mobiltelefon, »cherry-red, genau die Farbe von meiner Wing«.
»Das sind unsere Kunden«, sagt Honda-Mann Range, »um die muss man sich kümmern, auf dem Standpunkt steht der Chef.« Dann sagt er, man habe sogar extra das Essen auf sie zugeschnitten, »mit
Sushi wäre man da nix geworden«. Bevor es aber zum Essen – Steaks, Hühnerbeine, Kartoffelsalat – geht, steht Programm an.
Das hat Walter Tief, Leiter Qualität und Service, mit den Kollegen ausgearbeitet. Um die Probleme des aktuellen Modells
– Überhitzung des Motors im Parade-
Modus, mögliche Rahmenbrüche (MOTORRAD 22/2003) – sollte es im Kern gar nicht gehen. »Es soll ein Zeichen von uns sein. Wir haben die Signale aus der Kundschaft verstanden, dass wir mehr miteinander
reden müssen.«
Als Erstes redet ein Herr von einer
Versicherung, über einen Schutzbrief mit Mobilitätsgarantie, einen »Premium-Schutzbrief für die Gold Wing«, weil die ja ein
besonderes Motorrad sei, nicht nur des Preises wegen. »Brauchen wir den denn?« kommt die Frage, erweitert um die Bemerkung: »Das wäre doch dann das Eingeständnis, dass die 1800er gerne liegen bleibt.« Nein, entgegnet einer der acht Honda-Vertreter, die den neun Gold-Wing-Fahrern gegenübersitzen, das sei doch keine Frage der Produktqualität, im Autobereich biete man das auch, spezielle Schutzbriefe, etwa für teure Ferrari.
Anschließend erörtert Herr Erkes vom Lackhersteller Standox mit Hilfe von Schaubildern das Thema »Schleifen und Polieren von Klarlacken«. Der Lack der
GL 1800 repräsentiere absoluten Industriestandard. Woher es dann rühre, dass
sie schneller verkratze als die Vorgängermodelle, hakt einer nach. »Hersteller und Sachverständige bescheinigen uns beste Qualität«, sagt Honda-Mann Grün, »wir
haben keinen Mangel. Wir gehen eher
davon aus, dass die Symptomatik von
rauer Gore-Tex-Kleidung, der Tankform, dem heißen Sommer und vielleicht falscher Pflege kommt.« Lackexperte Erkes demonstrierte schließlich, wie die Pflege
korrekt zu erfolgen habe, mit Prilwasser, weichem Tuch und möglichst milder Paste.
Bevor ungezwungenes Plaudern anhob über Befindlichkeiten der Kunden und wie ihnen seitens des Importeurs entsprochen werden könne, referierte Herr Kolb von Honda, welch besondere Technik sich
hinter der Verkleidung der aktuellen 1800er dränge. Die, eine GL 1800 also, fährt von den Anwesenden übrigens keiner. Aber man hat mal darüber geredet.
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