Hyosung-Chopper: Ärger mit Grauimporten (Archivversion)

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Ärger mit grauimportierten Hyosung-Choppern

Das Thema ist ein Dauerbrenner: Grauimporteure ärgern die Offiziellen mit billigeren Motorrädern. So auch im Fall der südkoreanischen Marke Hyosung. Die Stuttgarter Firma HMZ GmbH, der offizielle Importeur, betreibt ein kostenintensives Händlernetz, um neben anderen Modellen den beliebten Chopper Hyosung 125 Cruise II zu verkaufen. Davon setzten die Stuttgarter 1996 satte 4329 Einheiten ab. Wie begehrt das Modell ist, fiel auch der Firma MSA aus dem pfälzischen Weiden auf, die offenbar 2000 Hyosung-Cruiser aus der Türkei ergattern konnte und sie nun über Stinnes- und Globus-Baumärkte bundesweit offeriert und über die Bosch-Dienste warten läßt. HMZ-Geschäftsführer Erhard Just vermutete, daß die Grauen per Kistenabnahme in den Verkehr kommen. Diese nicht legale Methode geht so: Ein Fahrzeug wird von einem amtlich anerkannten Sachverständigen begutachtet, Hunderte weitere Exemplare bekommen ebenfalls Betriebserlaubnisse, obwohl sie die Verpackungskiste gar nicht verlassen. Der HMZ-Geschäftsführer ließ eine Cruise II bei einem Baumarkt erwerben, um sie vom TÜV Bayern begutachten zu lassen. Der beanstandete etliche, wenngleich nicht sicherheitsrelevante Mängel - und befand das Vehikel als nicht straßenverkehrskonform. HMZ verklagte die Konkurrenz daraufhin auf Unterlassung des Verkaufs von diesen 125er Choppern und der Verwendung des Markennamens Hyosung. In einer Pressemitteilung warnte HMZ sogar vor dem Kauf solcher Baumarkt-Maschinen. Letzter Stand des Rechtsstreits: MSA verbot den Stuttgartern per einstweiliger Verfügung zu behaupten, daß ihre Cruiser nicht StVZO-gemäß seien.
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