interview (Archivversion)

interview

Aprilia-Chef Ivano Beggio, 59, über den neuen
Offroad-Motor und die Pläne der Firma.

Warum baut Aprilia jetzt einen Offroad-Motor? Aprilia hat eine sehr aktive Offroad-Vergangenheit. Zwischen 1975 und 1993 sind wir bei Cross- und Enduro-Rennen gestartet, haben europäische und italienische Meisterschaften gewonnen. Insofern liegt ein Offroad-Projekt nahe. Außerdem beobachten wir sehr genau die Trends, und immer mehr Motorradfahrer entdecken gerade Supermoto für sich. Das ist ja auch ein wunderbares Spektakel: Jede Menge Spaß auf kleinstem Raum, man braucht keine extrem teuren Rennstrecken, die Motorräder sind relativ unaufwendig. Das ist so ähnlich wie der Palio von Siena (historisches Pferderennen auf dem Marktplatz von Siena, die Red.), nur eben mit Motorrädern statt mit Pferden und Piloten statt Rittern. Warum haben Sie einen Zwei- und keinen Einzylinder entwickelt? Wir sind sozusagen Wiedereinsteiger und wollen etwas Innovatives bieten. Zudem ist der Zweizylinder ein Zeichen dafür, dass wir an die Wichtigkeit der Offroad-Szene und auch an unsere eigenen Fähigkeiten glauben. Unser Zweizylinder wiegt in etwa so viel wie die Einzylinder der Konkurrenz, hat aber mehr Power. Wie sieht Ihr Offroad-Rennprogramm aus, und wann startet die Serienproduktion? Wir steigen zur Saison 2004 schon ein, erst mal bei Supermoto. Und dann gehen wir nach und nach in alle anderen Bereiche und Klassen. Nach unseren Plänen wird die Serienmaschine zur Saison 2005 auf dem Markt sein. Glauben Sie, dass Sie auf Anhieb Erfolg haben? Der Zweizylinder ist ein sehr ungewöhnliches Projekt, ob es funktioniert, wird sich zeigen. Die Chancen stehen 50 zu 50. Wenn es klappt, sind wir im Vorteil, vor allem bei den Fans. Denn die freuen sich, wenn ein Hersteller Mut zum Risiko beweist.
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