Interview (Archivversion)

Interview

Peter Rumpfkeil, Geschäftsführer des Motopark Oschersleben, zur Finanzkrise.

? Der Motopark Oschersleben hat Insolvenzantrag gestellt. Ist die Rennstrecke pleite?In den vergangenen beiden Jahren war der Motopark fast zu 100 Prozent ausgelastet. Wir haben die Betriebskosten sowie einen Teil der fälligen Tilgungen und Zinsen erwirtschaftet. Allerdings sind die so hoch angesetzt, dass wir sie nicht mehr vollständig bezahlen konnten.? Bedeutet dies, dass die Finanzierung nicht solide kalkuliert war?Der Motopark wurde 1997 eröffnet, die Planungen stammen aus den Jahren 1993 und 1994 – da war die Motorsport-Welt in Deutschland noch in Ordnung. Inzwischen haben sich die Voraussetzungen geändert.? Was ist an Berichten darüber dran, dass der Motopark einen hohen Schuldenberg aufgetürmt hätte und sich Privatinvestor Hans-Peter Klein mit seinen Anteilen aus dem Projekt zurückziehen will?Der Bau des Motopark hat 112 Millionen Mark gekostet. 50 Millionen wurden über Bankkredite aufgebracht, dieser Betrag ist durch die genannten Umstände auf 62 Millionen Mark angewachsen. Hans-Peter Klein hat anfänglich 28 Millionen Mark Eigenkapital beigesteuert und wollte seine Anteile schon länger – möglichst gewinnbringed – verkaufen. Das ist kein Geheimnis und sein gutes Recht, aber es wurde kein Käufer gefunden.? Wie sieht die Zukunft aus?Es wurde ein Insolvenzverwalter eingesetzt. Mit ihm, den Banken und dem Land Sachsen-Anhalt als Bürgen ist vereinbart, dass der Betrieb in vollem Umfang weiterläuft und die 75 Arbeitsplätze erhalten bleiben – das war Voraussetzung für mich, um dabeizubleiben. Es muss ein Weg gefunden werden, Zinsen und Tilgungen bezahlen zu können.? Werden geplante Rennen abgesagt oder müssen Sie befürchten, dass Veranstalter abspringen?Davon gehe ich nicht aus. Ich habe bereits mit allen wichtigen Veranstaltern telefoniert und ihnen versichert, dass ihre Rennen wie vorgesehen stattfinden können.
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