Interview (Archivversion)

Interview

Christoph Gatzweiler vom Industrieverband Motorrad Deutschland über die Brüsseler Politik

?Die Europäischen Gremien entscheiden frühestens im März über die Euro-2- und Euro-3-Norm für Schadstoffgrenzwerte. Welche Probleme ergeben sich daraus?Die Vorlaufzeit bei der Umsetzung der neuen Grenzwerte für die Euro-2 ist aus der Sicht der Industrie inakzeptabel. Ab 2003 sollen neue Grenzwerte und ein modifizierter Prüfzyklus vorgeschrieben werden. Beide sind bis heute noch nicht einmal verabschiedet. Im Falle der Euro-2 musste die Industrie Fahrzeuge entwickeln, ohne hierfür Rechtssicherheit zu haben.?Noch vor kurzem wollte das Europäische Parlament abwarten, bis der neue motorradspezifische Testzyklus, der ab 2006 hätte gelten sollen, entwickelt ist. Jetzt ist wieder der Pkw-Zyklus im Gespräch. Warum?Vielleicht kann die Politik warten, unsere Entwicklungsabteilungen können dies nicht. Die Umsetzung neuer Motorenkonzepte braucht Zeit, verlässliche Grenzwerte und einen bekannten Prüfzyklus. Nach den Erfahrungen mit der Euro-2 und den Konsensbemühungen um einen weltweiten Motorradzyklus bleibt der Industrie letztlich nur die Anwendung eines angepassten Pkw-Zyklus für 2006. Der Motorradzyklus soll später ein weltweit anerkanntes Testverfahren werden. Dafür wird sich die Industrie weiterhin einsetzen.?Wie beurteilen Sie die Auswirkungen auf die geplante Kfz-Steuerreform?Voraussetzung für die deutsche Kfz-Steuerreform ist die Umsetzung weiterer Abgasstufen in Brüssel. Bei den langen Gesetzgebungsfristen stellt sich automatisch die Frage, ob das angedachte System überhaupt funktionieren kann.
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