Interview (Archivversion)

Interview

Hein Gericke, größter Einzelaktionär der Eurobike AG, steigt als Berater und Aufsichtsratsmitglied ein. Wie sieht er die Situation der Firma?

Herr Gericke, Sie haben 1970 die Firma Hein Gericke gegründet, sie aber 1987 wieder verkauft. Was machen Sie jetzt bei der Eurobike AG, zu der inzwischen die Hein Gericke GmbH und Co. KG gehört?Ich besitze über 14 Prozent der Aktien der Eurobike AG und habe daher ein vitales Interesse daran, dass es mit der Firma wieder aufwärts geht. Ich bin seit Ende Juni Mitglied im Aufsichtsrat und besuche als Berater rund hundert Shops, um eine Bestandsaufnahme zu machen und die Mitarbeiter zu motivieren. Wir wollen die Situation analysieren, bevor wir mit dem Besen durchkehren, Schwachstellen aufdecken und schwache Produkte loswerden. Den Gürtel werden wir enger schnallen müssen, weil der Kreditrahmen ausgeschöpft ist und wir Schulden in zweistelliger Millionenhöhe abbauen müssen. Welche Fehler sind in der Vergangenheit gemacht worden? Die Eurobike AG hat sehr viele Firmen, darunter die Großhändler Difi und Schuh, zugekauft und ist dadurch bei den Banken hoch verschuldet. Auf dem französischen Markt gibt es Verluste. Schließlich sorgten noch Währungsspekulationen, die zunächst in der Bilanz vertuscht worden sind, für negative Ergebnisse. Die Entlassung des Vorstandsvorsitzenden Herbert Will war die Konsequenz.Wie soll es weitergehen?Ich bin zuversichtlich. In Aufsichtsrat und Vorstand startet eine neue Mannschaft. Allen voran der Vorstandsvorsitzende, Dr. Peter Mrosik, seit Juni im Amt. Das Kerngeschäft funktioniert, die Shops machen Gewinne. Die Eurobike AG hat Macht im Markt und Potential für Wachstum. Was mit dem defizitären Großhandel passiert, ist noch unklar. Aber nach einer Konsolidierungsphase geben wir ab 2003 noch mehr Gas.
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