Interview (Archivversion)

Interview

Stefan Wahl vom Yamaha-Händler Motorcorner in Göppingen über den Motorradmarkt

In den ersten drei Monaten 2001 sind die Motorradneuzulassungen stark zurückgegangen. Woran liegt das?Ein Rückgang von sechs bis acht Prozent war kalkulierbar. Dieser steht in engem Zusammenhang mit anhaltend vielen Besitzumschreibungen zumeist junger Gebrauchtmaschinen. Ein kleinerer Prozentsatz geht auf das Konto der Preisanpassungen aufgrund ungünstigerer Wechselkurse. Nicht zuletzt beeinflussten die wenig motivierenden klimatischen Bedingungen der letzten Monate den Absatz erheblich. Woher kommen die Unterschiede, beispielsweise zwischen Suzuki (minus ein Prozent) und Yamaha (minus 29)?Am Anfang einer Saison sind Marktanteilsabweichungen in dieser Größenordnung normal. Sie begründen sich in den unterschiedlich breit beziehungsweise früher oder später angesetzten Vorführmaschinen-Kampagnen der Anbieter.Wie reagieren Sie als Händler auf diesen Trend?Offensiv. Mit Sondermodellen, die mit ihrer Mehrwertausstattung die Preissteigerungen mehr als wett machen, mit jungen Vorführmaschinen als attraktiver Alternative zu Jahresmaschinen, mit dem aktiven Einsatz herstellerbezogener Marketinginstrumente wie Finanzierungen mit Zinssätzen knapp oberhalb von null Prozent. Und mit einem Höchstmaß an Flexibilität, das heißt, bei einem sehr sprunghaften Saisonverlauf wie 2001 die terminlichen wie ausstattungsindividuellen Wünsche der Käufer in den Mittelpunkt zu stellen. Zudem kann bei knapp verfügbaren Modellen der lieferfähige Händler punkten.Was wird die Zukunft bringen?Heiter bis wolkig. Unter Berücksichtigung aller Faktoren könnte sich das Neuzulassungs-Gesamtergebnis 2001 zehn bis zwölf Prozent unterhalb des Vorjahresniveaus einpendeln. Für einen Trendbruch bei den motorisierten Zweiräder gibt es keinerlei Anzeichen. Für die eine oder andere Überraschung war der Motorradmarkt schon immer gut.
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