Interview (Archivversion)

Interview

Sachs-Geschäftsführer Dr. Oliver Schnorr, 34, nimmt Stellung zu Pressemeldungen über Finanzprobleme

Es heißt, Sachs habe Finanzprobleme?Wir hatten uns letzte Woche an die örtliche Presse gewandt, um Druck auf die Banken auch seitens der Politik auszuüben. Wir möchten die Sachs Beast auf den Markt bringen, die bei den Motorradfahrern eine enorm positive Resonanz gefunden hat. Und dazu benötigen wir langfristige Kredite, die uns die Banken derzeit nicht gewähren wollen. Sie selbst, der kaufmännische Leiter Karl Heinz Summerer und Entwicklungsleiter Hartmut Huhn wollen Sachs aus der Koch Kleeberg-Gruppe – Dachmarke Winning Wheels – zurückkaufen? Das ist der zweite Grund, warum wir uns an die Presse gewandt haben. Wir möchten ein klassisches Management Buy Out machen. Leider hat die niederländische Holding Sachs keine finanzielle Unterstützung geben können, sondern vielmehr liquide Mittel abgezogen. Winning Wheels ist eine Handelsfirma, die Fahrräder vertreibt. Synergien sind nicht zustande gekommen. Allein kommen wir sicher besser zurecht. Geben Sie uns ein paar Zahlen zu Sachs?Wir beschäftigen 132 Mitarbeiter und haben im letzten Geschäftsjahr bis 30. September 60 Millionen Mark umgesetzt. Wir planen 75 Millionen Umsatz. Nach der Hochrechnung des letzten Quartals wird Sachs darüber liegen. Zuletzt hat unser Unternehmen mit Plus-Minus-Null abgeschlossen. Sie wollen einen eigenen Zweizylinder-Motor entwickeln. Ist das nicht eine Nummer zu groß für Sachs?Mit der Zulieferung der Suzuki-Motoren ist das auch kein Spaß. Man schreibt uns die Abnahmemengen vor, und preiswert ist es nicht. Wir rechnen mit Entwicklungskosten für einen eigenen Motor von acht bis zehn Millionen Mark. Das Know How dafür haben wir.
Anzeige

Artikel teilen

Anzeige
Anzeige

Aktuelle Gebrauchtangebote