Interview (Archivversion)

Interview

Dr. Oliver Meier, Oberarzt in Bad Wildungen und Biker, über Wirbelsäulenprotektoren

Warum ist das Tragen eines Wirbelsäulenprotektors sinnvoll?Der Wirbelsäulenprotektor ist für jeden Motorradfahrer so wichtig wie der Helm, da nur so schwerste Verletzungen verhindert werden können. In der Wirbelsäule verläuft das zentrale Nervensystem, das statische und motorische Funktionen hat. Wie groß ist der Schutz durch einen Wirbelsäulenprotektor?Gelingt während des Sturzes ein Lösen vom Motorrad, ist die Wirbelsäule durch einen Sekundäranprall an Bordsteinkanten oder Leitplanken gefährdet. Des weiteren kommt es bei einer Landung auf Kopf, Schulter oder oberer Brustwirbelsäule zu einer zwanghaften Überbiegung mit Bruch der Wirbelkörper im Biegungsscheitel. Hier können Wirbelsäulenprotektoren das Verletzungsrisiko mindern. Laborversuche zeigen, dass sie eine achtfache Schlagdämpfung erreichen. Gemessen an einer ungebremsten Ausgangskraft von 40 000 Newton sind das Werte unter 5000 Newton, wobei die Verletzungsgrenze grob bei 5000 Newton liegt. Zudem gibt der Protektor dem Körper eine externe Steifigkeit, die einer zwanghaften Überbiegung entgegenwirkt. Wie muss ein Wirbelsäulenprotektor passen?Die Protektoren werden entweder zusammen mit dem Nierengurt getragen oder sind in Jacke oder Kombi integriert. Um einen effektiven Schutz zu gewährleisten, sollte ein Protektor funktionsgerecht sitzen. Vor allem die Länge muss stimmen: Er soll vom Steißbein bis in die hohe Brustwirbelsäule reichen. Der siebte Halswirbel ist durch seine Prominenz gut tastbar und kann als Orientierung dienen. Oftmals sind die in Jacken integrierten Protektoren nicht lang genug. Ebenso darf die Jacke nicht zu groß sein, um ein Verrutschen zu verhindern. Individuell einstellbare Gürtel schaffen in diesem Fall Abhilfe.
Anzeige

Artikel teilen

Anzeige
Anzeige

Aktuelle Gebrauchtangebote