Interview (Archivversion)

Interview

Tamio Isoyama, Präsident von Kawasaki Motoren GmbH Deutschland, zu den Schwierigkeiten mit ZX-9R und ZX-12R

Die ZX-12R hatte Probleme mit dem Motor, die ZX-9R mit dem Fahrwerk. Wie geht Kawasaki mit dieser Situation um?Kawasaki gibt sich große Mühe, die Qualität ihrer Produkte zu sichern, um die Kunden zufrieden zu stellen. Deshalb nehmen wir alle Kommentare über unsere Produkte sehr ernst, obwohl es diese Kommentare nur in der deutschen Presse gab. Wir haben daraufhin beide Motorräder noch einmal getestet.Sie bieten andere Bremsbeläge für die ZX-9R an. Kawasaki hat entschieden, die Bremsbeläge für die in Deutschland ausgelieferten Maschinen zu ändern. Diese Beläge verbessern das Bremsgefühl bei hartem Bremsen. Deshalb haben wir alle deutschen Kawasaki-Händler gebeten, jeden Kunden zu informieren, um die Beläge an allen ZX-9R zu wechseln. Dies gilt auch für alle zukünftig ausgelieferten ZX-9R.Nach den Motorproblemen der ZX-12R gab es widersprüchliche Kommentare Ihrer Firma. Einmal war das Motorrad speziell für die Presse präpariert, und dann war es ein Bike, das nicht richtig eingefahren wurde. Welches Motorrad hatten wir?Die ZX-12R, die für Tests zur Verfügung standen, waren Serienmaschinen, die nicht präpariert waren. Jedoch benötigen diese Hochleistungsmotoren eine längere Einfahrzeit. Wie üblich sollte während der ersten 800 Kilometer die Drehzahl von 4000 Umdrehungen pro Minute nicht überschritten werden, die nächsten 800 Kilometer ist die Grenze 6000 Umdrehungen. Die zusätzliche Einfahrzeit bedeutet: Den Motor weitere 1600 Kilometer nicht über 9000 Touren drehen. Das entspricht im letzten Gang 250 km/h. Diese zusätzliche Einfahrzeit wird benötigt, um die Motorleistung zu maximieren und die Zuverlässigkeit des Triebwerks zu gewährleisten. Davon sind Kunden und Händler bereits unterrichtet.Warum ist der Motor des Testmotorrads geplatzt?Hauptsächlich, weil sie nicht richtig eingefahren war. Wahrscheinlich ist der Motor zu früh zu hoch gedreht worden. Die Einfahrzeit von 3200 Kilometer ist derzeit die längste der Welt. Warum ist das bei der ZX-12R notwendig, und warum haben Sie das erst jetzt bekannt gegeben?Die Motorräder für Testzwecke waren die ersten Maschinen auf der Straße. Wir haben diese Testmotorräder ohne viele Kilometer auf dem Tacho der Presse übergeben, weil wir unter Zeitdruck standen. Jetzt fanden wir heraus, dass die Hochleistungsmotoren wegen der geringen Toleranzen eine längere Einfahrzeit brauchen.Wie gehen Sie mit Kunden um, die ihre ZX-12 R nicht so lange eingefahren haben, weil ihre Maßgabe noch nicht gültig war?Wir haben alle Händler und Kunden angewiesen, die Einfahrzeit einzuhalten. Da die Händler erst vor zwei Wochen mit der Auslieferung der Motorräder an die Kunden begonnen haben, erwarten wir keine Probleme. Zudem wird auch in diesen Fällen die Gewährleistung davon nicht berührt.
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