Keine Pleite (Archivversion)

Keine Pleite

Laverdas neuer Dreizylinder auf dem Prüfstand

Manchmal sind die Verhältnisse in Italien schon verwirrend: Die Firma Laverda, so hieß es im offiziellen Finanzblatt Italiens, werde liquidiert – normalerweise die Umschreibung für eine Pleite. Doch die Traditionsmarke präsentierte sich nur drei Tage später fröhlich auf der Motorshow in Bologna, zeigte MOTORRAD Bilder des neuen Dreizylinders: ein schmal bauender Vierventiler mit 900 cm³, der sich bis 1150 cm³ aufstocken läßt. Geplant ist für 2001 zunächst ein Supersport-Motorrad mit dem 136 PS starken Triebwerk, dann ein Sporttourer. Die sogenannte freiwillige Liquidation, der sich Laverda derzeit unterzieht, ist ein betriebswirtschaftliches Manöver, das vor allem der Umstrukturierung dient. Die Firma habe kaum Schulden, die Zulieferer seien bezahlt, die Produktion gehe weiter, so Verkaufschef Aurelio Lolli. »Wir wollen einige Hindernisse aus dem Weg räumen, über die wir aber nicht sprechen können.« Insider vermuten, daß Laverda des Gesellschafters Francesco Tognon entledigen will, bis vor einem Jahr noch Geschäftsführer von Laverda. »Wir produzierten dieses Jahr rund 2000 Motorräder, 1997 waren es nur 667”, so Lolli. In Italien wurden bis September nur 144 Laverda zugelassen, und in Deutschland sucht Laverda derzeit einen tatkräftigen Importeur, nachdem man sich 1997 von Ronald März getrennt hatte und mit PGO glücklos war. Hierzulande anbieten will Laverda die Strike 750, die 750 S und die Formula 750, während die in München präsentierte TTS 800 optisch überarbeitet wird, bevor sie in der zweiten Hälfte 1999 auf den Markt kommt. br
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