Kommentar (Archivversion)

Die guten alten Zeiten?

Mit etwas Wehmut erinnern wir uns an die alten Harley-Freaks, die jeden Groschen zusammensparten, um nach Jahren der Entbehrung irgendwann einmal ihren Traum zu verwirklichen. Bei einem Händler, der nicht nur von, sondern auch für sein Produkt lebte. Der Dealer, selbstverständlich ebenfalls Freak und Mitglied der eingeschworenen Gemeinde, stand mit Rat und Tat zur Seite und stellte auch mal unentgeltlich Hebebühne und Werkzeug zur Verfügung. Diese Zeiten scheinen vorbei. Heute sieht man vielen Harley-Niederlassungen an, dass für die Motorräder aus Milwaukee gesalzene Preise verlangt werden: pompös und prunkvoll, in der Werkstatt feinstes Snap-on-Werkzeug. Nun ist es ja nur rechtens, wenn für den Händler auch ein paar Mark übrig bleiben - solange Preis und Leistung in reellem Verhältnis stehen. Bei dieser Testrunde kostete der große Kundendienst im Schnitt fast 700 Mark, bei einem wohlgemerkt sehr wartungsfreundlichen Motorrad. An der FXR ist neben dem Wechsel diverser Öle und der Kontrolle von Schrauben nichts Aufwendiges zu erledigen. Wenn das - für einen zwar stattlichen Preis - wenigstens gründlich geschehen wäre, okay. Doch Fehlanzeige. Harley-Fahrer, die für die Finanzierung ihres Hobbies wirklich schuften müssen, wird das Ergebnis dieses Tests kaum amüsieren.
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