KTM: Gasgeben und Bremsen (Archivversion)

KTM: GASGEBEN UND BREMSEN

Seit Jahren schien KTM-Chef Stefan Pierer das Glück gepachtet zu haben. Verkaufsrekord jagte Verkaufsrekord, selbst im hart umkämpften Offroad-Markt der USA gelangen dem Österreicher Schwindel erregende Zuwachsraten. Damit nicht genug, im Sport gewann die Marke im charakteristischen Orange fast alles, was man sich vorgenommen hatte. Angefeuert durch den enormen Erfolg der Supermoto-Baureihe, gab Pierer noch mehr Gas. Die Losung lautete: auf die Straße mit KTM. Mit Macht stürzten sich seine Mannen in die 125er-Straßen-WM, wagten sich ans Abenteuer MotoGP und entwickelten einen V4-Motor. Im Serienbau setzten die Österreicher auf einen neuen Zweizylinder, der in der 950 Adventure debütierte, und präsentierten bereits die 990 Duke, ein Straßenmotorrad mit einem fantastischen Leistungsgewicht. Außerdem gingen sie in aller Stille den Sportler RC8 an.Damit war der Bogen überspannt. Qualitätsprobleme bei den Einzylindern waren sichtbares Zeichen für die Überlastung der KTM-Entwickler, im Straßensport fuhr man zunächst ziemlich hinterher. Pierer machte das einzig Richtige: Er trat voll auf die Bremse. MotoGP ade, Serienstart der 990 Duke auf 2005 verschoben. Und die RC8 erst auf 2007 terminiert. Schade. Diese konsequent und extrem gestaltete Maschine hätte sicherlich schon heute für Furore gesorgt. Ultraleicht, konkurrenzfähig stark und dazu mit einem sehr eigenständigen Design. Andererseits muss man über diese Entscheidung froh sein. Denn nichts wäre schlimmer, als den Einstieg in die Straßenszene zu vermasseln. Jetzt haben die Ingenieure ge-nügend Zeit, dieses gewagte Motorrad sauber fertig zu bauen.Sie, liebe Leserinnen und Leser, können so ab Seite zehn exklusiv einen Blick in die fernere Zukunft werfen.
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