Lederkombi-Herstellung (Archivversion)

Nadelstudio

Wie aus der Haut einer Kuh eine Lederkombi entsteht, ließ sich MOTORRAD bei Dainese in Norditalien zeigen. Bevor allerdings das Leder dort auf den Schneidetischen landet, hat es schon einen langwierigen Prozess in der Gerberei hinter sich.

Für Lederkombis kommen grundsätzlich nur drei verschiedene Lederarten in Frage: Rind-, Kalb- oder Känguruleder. Mit Abstand am häufigsten verwenden die Hersteller Rindleder. Die Rohhäute, egal welcher Herkunft, landen enthaart und von Schmutz befreit in den Gerbereien, die in mehreren Arbeitsschritten die Häute fäulnisunfähig machen beziehungsweise konservieren. Außerdem wird das Leder gespalten, gefärbt, auf Rahmen zum Trocken aufgespannt und in großen Walkfässern viele Stunden geschleudert, damit es weich und geschmeidig bleibt und eine charakteristische Struktur erhält. Einige Leder werden zusätzlich einer so genannten Hydrophobierung unterzogen, eine spezielle Behandlung, die verhindert, dass sich die Kombi bei einem Regenschauer mit Wasser vollsaugt.Anschließend verarbeiten die Kombihersteller die mehrere Quadratmeter großen Häute. Sie werden nach vorgegebenen Schnittmustern zerteilt, wobei jedes Lederkombimodell in jeder einzelnen Konfektionsgröße sein eigenes Schnittmuster benötigt. Bei qualitativ hochwertigen Kombis stammen alle gleich gefärbten Teile für eine Kombi aus ein und derselben Kuhhaut, um ein möglichst einheitliches Erscheinungsbild zu gewährleisten.Nach dem Ausschneiden landen sämtliche für eine einzelne Lederkombi benötigten Stücke paketweise zusammen mit den aus der Zubehörindustrie angelieferten Reißverschlüssen, Knöpfen, Klettriegeln, Innenfuttern und Protektoren in einer Kiste verstaut bei den Näherinnen. Sie fertigen in Handarbeit aus einem auf den ersten Blick chaotischen Haufen an Einzelteilen das begehrte Endprodukt.
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