Leserfragen und Tips (Archivversion)

Leserfragen und Tips

!Stufenältester Ich hätte einen Vorschlag für kleinere Fahrer. Im vergangenen Jahr entschied ich mich für die Kawasaki ER 5. Wegen meiner Größe (1,66 Meter) und meines Alters (76, dazu Hüftgelenkverschleiß) reduzierte ich die Sitzhöhe durch Abpolsterung auf 73 Zentimeter. Das reichte noch nicht. Es kam mir nun die Idee, den Seitenständer mit einem Tritt zu versehen, der 15 Zentimeter über der Erde angebracht wurde. Wie auf dem Foto zu sehen, muß der Tritt außerhalb der Mitte nach vorn angeschweißt werden, da er sonst in hochgeklapptem Zustand die Fußraste berührt. Erich Thust, Elsdorf?HeißblütigBei wieviel Grad liegt die optimale Öltemperatur? Mein letzter Stand ist schon 20 Jahre alt. Damals hieß es, der optimale Bereich liegt zwischen 105 und 125 Grad. Über 100 Grad sollte es sein, damit die flüchtigen Bestandteile wie Kohlenwasserstoffe und Kondensate verdampfen. Unter 130 Grad sollte es sein, damit lange Molekülketten scherstabil bleiben.M. Volkmann, KielIm normalen Betrieb gelten die genannten Werte grundsätzlich auch heute noch. Laut Auskunft von Castrol werden aber bei manchen Motoren im Vollast-Betrieb Ölsumpf-Temperaturen von 150 Grad gemessen, an hochbelasteten Stellen sogar bis 190 Grad. Mineralische Öle altern ab etwa 150 Grad zunehmend schneller. Dagegen halten vollsynthetische Öle selbst 300 Grad über einen längeren Zeitraum aus. Bei letzteren ist die Alterungs- und Temperatur-Stabilität erheblich höher. Zu beachten ist, daß Ölthermometer in der Regel im Ölsumpf an der Ölablaßschraube messen. Die maximalen Öltemperaturen im Motor liegen meistens mehr oder weniger darüber. Die Schmierfähigkeit moderner Öle ist über einen sehr großen Tempaturbereich gewährleistet, trotzdem sollten Motoren schonend warm gefahren werden. Während es bei einer Ducati 750 SS von 1975 einige Dutzend Kilometer dauern konnte, bis sich fünf Liter 30er Einbereichsöl einigermaßen erwärmt hatten, genügen heute einige Kilometer, bis man dem Motor stetig mehr Leistung abverlangen kann. ?TauschungsmanöverIn eurem Vergleichstest der 750er Supersportler habt ihr die Bremsbeläge der GSX-R 750 gegen solche der GSX-R 1100 getauscht. Was muß ich beachten in Bezug auf Modell/Baujahr?Christoph Protzmann, KönigswinterDie Empfehlung galt nur für das Modelljahr 1996. Die heutigen 750er Beläge packen nicht mehr so giftig zu, deshalb erübrigt sich ein Tausch.?BremsprobeWer bremst bei gleichen Voraussetzungen besser, ein Motorrad oder ein Pkw?Bernd Clemens, NiederwerrnRein physikalisch gesehen ist die mögliche Verzögerung 1 g , also 9,81 m/s², ob Auto oder Motorrad. Der Grund liegt im Reibungskoeffizienten u, der maximal 1 werden kann. Dabei spielt die Fahrzeugmasse und die Größe der Auflagefläche keine Rolle. Soweit zur Theorie. In der Praxis Pkw und Motorrad je nach Bereifung deutlich über 10 m/s² erreichen. Das liegt am Verzahnungseffekt zwischen Gummi und Asphalt. Solche hohen Werte kommen aber nur bei optimalen Bedingungen - also griffigem Asphalt und guten Reifen - zustande. Beim Zweirad ist ein niedriger Schwerpunkt Voraussetzung, sonst überschlägt es sich nach vorn. Ein Formel 1-Auto kommt abhängig von der Geschwindigkeit auf wesentlich höhere Verzögerungswerte bis zu 3 g, da es durch die Flügel an den Boden gepreßt wird. Alltagsautos kommen bestenfalls auf Motorradwerte. Ein Auto stark abzubremsen ist - relativ - einfach, aber nur ein sehr erfahrener Biker kommt auf der Straße an die Grenze. Bei einem Auto stört es wenig, wenn ein Rad mal blockiert, weil der Belag unterschiedlich glatt ist, bei einem Motorrad kann das einen Sturz bedeuten. Auch ist ein Motorrad in der Bremsphase erheblich schwerer zu manövrieren. Viele Alltagsautos schaffen wegen schwächlicher Bremsen nur Werte unter 10 m/s².?Flotter DreierIch besitze seit 1980 eine Honda Gold Wing GL 1. Nun habe ich ein Problem: Wir sind seit vier Jahren zu dritt, es gibt also ein Kind. Gibt es Hersteller, die einen dritten Satz Fußrasten liefern sowie Helme für Kinder? Oder gibt es Alternativen? Mir fällt da ein Anhänger ein, ist der zum Personentransport zugelassen?Kay Gallon, Eckelsheim Das mit dem Kind im Anhänger ist ja wohl nicht ganz ernst gemeint, oder? Der Transport von zwei Beifahrern auf einer Maschine ist nicht möglich, Motorräder sind maximal für zwei Personen zugelassen. Kindersitze zum Aufschnallen gibt es bei Gericke, diese werden auf dem Soziussitz befestigt. Bei der Auswahl des Helms ist es wichtig, spezielle Kinderhelme mit kleinen Schalen zu wählen. Uvex (Telefon 0911/97740) oder Caberg (Büse, Telefon 02471/12690) haben solche Helme im Programm. Der Transport zu dritt ist nach Kenntnis von MOTORRAD nur mit einem Gespann möglich.
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