Motorradfahrer des Jahres 2003: 2. Aufruf (Archivversion)

Aufruf, die Zweite

Aufmunterung für die Damenwelt: Wir wünschen uns auch mal eine Motorradfahrerin des Jahres.

Uschi war total euphorisch. Diese Aktion von MOTORRAD und Aral war wie für sie gemacht: null Teilnahmegebühr, Veranstaltungen überall in Deutschland, lockere Atmosphäre, nette Instruktoren und Instruktorinnen und massenhaft Preise. Gute Preise, nicht so ein Quatsch wie ein Kaffeeservice mit Blumenmotiven. Beim »Motorradfahrer des Jahres« stehen als Hauptgewinn eine BMW R 1150 R Rockster, eine KTM 950 Adventure oder eine Suzuki GSX-R 1000 zur Wahl. Noch dazu gibt es dieses Preisausschreiben für alle, die nicht unbedingt am Wettbewerb teilnehmen, aber diese schöne, nackte Honda CB 1300 gewinnen wollen. Vier Fragen nur, auf die Uschi längst die Antworten wusste, denn sie haben alle mit den Übungen des Wettbewerbs zu tun. Und mit denen hatte sie sich unter www.motorradfahrer-des-jahres.de gleich vertraut gemacht. Echt ´ne dufte Sache, dachte Uschi sich, als sie ihre Kawa vor der Stammkneipe ihres Frauen-Motorrad-Clubs abstellte. Muss ich gleich den anderen stecken. Kaum hatte sie angefangen zu erzählen, waren die Mädels begeistert. Vom langsamen Slalom zum Beispiel, der eine ganze Menge für den Gleichgewichtssinn bringt, von den Kreisen am Lenkanschlag, die die Blickführung trainieren, vom Handlingparcours, wo man mehr Feingefühl für die Mühlen bekommt als sonst wo. Und von der Gelegenheit, bei einer Vollbremsung mal richtig zu spüren, was dynamische Radlastverteilung heißt. Allein Martha verzog das Gesicht. Sie war manchmal seltsam verbissen und engstirnig: »Sag’ mal, was willste denn da überhaupt? Ist doch sowieso ´ne reine Männerrunde da. Wieso sonst schreiben die seit fünf Jahren stur ´Motorradfahrer des Jahres´, statt ´Motorradfahrer/In´.« »Ach was Männerrunde«, konterten alle im Chor. »Wenn wir mitmachen, wird’s ’ne bunte Mischung, und bestimmt treten da auch ein paar von den aufgeblasenen Gockeln an, denen wir dann mal zeigen können, was ’ne Harke ist.« Das stimmte sogar Martha um. »Na gut, wenn ihr alle mitmacht, meld’ ich mich halt auch an. Dann werden wir ja sehen, ob das endlich klappt mit der Motorradfahrer/In des Jahres.“
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